Beaumes de Venise

Ein ungewöhnliches, reiches und wertvolles Terroir

Weinreben und Olivenbäume stehen hier eng beisammen, auf einer Erde, die der Augapfel ihrer Winzer ist. Letztere verbinden nachhaltige Landwirtschaft mit der Liebe zu einem ungewöhnlichen, reichen und wertvollen Terroir.

  1. Das am Fuße der Dentelles de Montmirail gelegene Beaumes-de-Venise enthüllt ein Terroir mit großem Wiedererkennungswert. Süße und Rauheit, Frieden und Kraft sind die Kontraste des noch erhaltenen Paradieses.
    Christophe Tassan

    Sommelier und Botschafter des Rhonetals

    In dieser fruchtbaren Weinbauregion, landschaftlich der Toskana ähnlich, gedeihen die Weine der Appellation Beaumes-de-Venise... Weinreben und Olivenbäume stehen hier eng beisammen, auf einer Erde, die der Augapfel ihrer Winzer ist. Letztere verbinden nachhaltige Landwirtschaft mit der Liebe zu einem ungewöhnlichen, reichen und wertvollen Terroir.

    Wenngleich der Name „de Venise“ viele romantische Assoziationen zulässt, so hängt er jedoch nicht mit der Stadt Venedig zusammen (französisch: Venise)... Es handelt sich um eine Verformung von „de Venisse“, was „aus dem Comtat Venaissin (Grafschaft Venaissin)“ bzw. „aus dem Comtat Avignonnais (Grafschaft Avignon)“ bedeutet. Das Terroir liegt am Fuße der Gebirgskette Dentelles de Montmirail, die aus Felsplatten aus der Jurazeit besteht. Es weist dreierlei Bodentypen auf... und insbesondere wiederaufgetretene Felsen, den außergewöhnlichen „Trias“-Boden, der die Herstellung eines spezifischen Weins ermöglicht. Unter der AOC-Appellation, die im Jahre 2005 die Prädikatsbezeichnung Cru erhielt, werden Rotweine mit kräftigen Farben, von Kirschrot bis Purpurrot, hergestellt... und der berühmte natürliche Süßwein, der Muscat (siehe Datenblatt Muscat Beaumes-de-Venise).

    Wohlgeschmack




    Die AOC-Weine verdanken ihren Charakter einer Cuvée aus mehreren Rebsorten. Die zwei Hauptrebsorten sind die Grenache, die mindestens 50 % des Rebsortenbestands darstellt, und die Syrah, die 25 bis 50 % des Rebsortenbestands ausmacht.

    Die Rebsorte Grenache Noir ist reich an Phenolverbindungen und verleiht dem Wein Noten von roten Früchten, Lakritze und Gewürzen. Die Syrah sorgt für Farbe, aromatisches Potential und Lagerfähigkeit. Die Mourvèdre ergänzt die beiden ersten Rebsorten durch komplexere Aromen von schwarzen Früchten, Leder und Unterholz. Die Nebenrebsorten wie Cinsault, Carignan, Counoise sowie die weißen Rebsorten, die maximal 10 % des Weins ausmachen dürfen, sorgen für einen Hauch von Originalität, der wohl die Handschrift des Erzeugers trägt.

  2. Geschichte

    Die ersten Muscat-Reben wurden um 600 v. Chr. von griechischen Siedlern angepflanzt. Ab dem Jahre 1309 sind Papst Clemens V. und die Apostolische Kammer im Besitz einer „Maschine“ zur Herstellung des Muscat. Die Religionskriege im Mittelalter führten zwar zu einer starken Reduzierung des Weinbaugebietes, die wichtigen Köpfe des Königreiches ließen sich den Muscat jedoch regelmäßig munden. Im Jahre 1957 wird Beaumes-de-Venise in das Produktionsgebiet der Côtes du Rhône-Weine aufgenommen. Im Jahre 1978 erreichen die Winzer aus Beaumes-de-Venise die höhere Kategorie und dürfen den Wein Côtes du Rhône Villages Beaumes-de-Venise produzieren. Am 9. Juni 2005 werden die Rotweine aus Beaumes-de-Venise in den Rang der „Crus des Côtes du Rhône“ gehoben.

    Lastenheft der Appellation aufrufen (INAO)

    2005
    Gründung der AOC Beaumes de Venise
  3. Geografie

    Die Appellation verteilt sich auf die Gemeinden Beaumes-de-Venise, Lafare, La Roque-Alric und Suzette, im Departement Vaucluse.

    Klima

    Mediterran beeinflusstes, warmes Klima, da es durch das Relief vor dem Mistral geschützt ist(Gebirgskette Dentelles de Montmirail).

  4. Die Böden

    Die Weine der Appellation Beaumes-de-Venise stammen aus drei wichtigen Terroirs, die diesem Cru seine ganze Persönlichkeit geben.

    Die Trias-Böden
    Als Trias bezeichnet man den ältesten Zeitraum des Zweiten Zeitalters. Die entsprechende geologische Schicht befindet sich in dieser Region normalerweise in 1.500 Metern Tiefe. Bei der Entstehung der Gebirgskette Dentelles de Montmirail wurden diese Ablagerungen im Umkreis der Stadt Suzette an die Oberfläche befördert. Dies geschah durch ein Druckphänomen, das als „Diapir de Suzette“ bezeichnet wird und im Rhonetal einmalig ist.
    Bei den heute bewirtschafteten Böden handelt es sich um diejenigen Böden, die sich mit der Zeit als die weichsten erwiesen haben. Sie haben eine geringe Tiefe, und ihre Erde ist fein und ockerfarben. Diese Farbe ist auf das Vorhandensein von Eisen zurückzuführen. Die Erde wird während der Trockenperioden hart, behält aber durch Risse diese Porosität, die für Wurzelwerk und Wurzelfasern ausreichend ist. Diese Böden sind von sehr geringer Fruchtbarkeit und bewahren die Rebstöcke vor dem mit Trockenheit und Feuchtigkeit einhergehenden Stress.


    Die weiße Erde der Kreidezeit
    Der Boden der Gemeinde Roque Alric besteht aus Lehm, Kalk und Mergel. Das Muttergestein hat eine gräuliche Farbe, die bei Vorhandensein von Eisen ins Rote tendieren kann.
    Der Boden ist das Ergebnis aus nebeneinanderliegenden Schichten: mit Steinen bedeckter Mergel und Böden über einer Kalkbank von geringer Tiefe. Um sich hier entfalten zu können, bedecken die Wurzeln der Weinreben die Kalkblöcke, aus denen sie die für ihr Wachstum benötigten Mineralsalze beziehen. Dieses Terroir, auf dem der Wein hauptsächlich in Terrassen angebaut wird, profitiert von einer maximalen Sonnenbestrahlung, was den beiden Hauptrebsorten Grenache und Syrah ganz besonders zuträglich ist.

    Die graue Erde des Juras
    Das Terroir liegt nördlich des Ortes Lafare und schmiegt sich an die südöstlichen Hänge der Dentelles de Montmirail. Es besteht vorwiegend aus schwarzem Mergel des Oxfordiums. Dieser setzt sich aus Silt, Lehm und Sand zusammen.
    Die Wurzeln dringen problemlos in den Mergel ein, der sich schnell in einen echten Boden verwandelt. Die Hänge sind durch die Dentelles de Montmirail vor dem Mistral geschützt. Ihre Ost-Südost-Ausrichtung ermöglicht ihnen eine optimale Sonnenbestrahlung und sorgt für eine homogene Reifung.

  5. Zahlen von Beaumes de Venise

    Produktionsfläche

    635 hectares

    Gesamtproduktion

    21 747 hl

    Farbe

    • 100% Rot

    Durchschnittlicher
    jährlicher Ertrag

    34 hl/ha

    *Exportzahlen nach der letzten Studie der Exportströme

    Quelle: Erntemeldung 2016