Châteauneuf-du-Pape

Eines der ersten mit dem Appellation d'Origine Contrôlée-Siegel.

Hier entstand auf Betreiben des Baron Leroy, Besitzer von Schloss Fortia in Châteauneuf-du-Pape, der Begriff AOC.

  1. Der seidige und betörende Châteauneuf-du-Pape ist unnachahmlich. Der aus einem Meer aus Kieseln hervorgekommene Wein führt Sie über den Genuss bis zur Ekstase.
    Christophe Tassan

    Sommelier und Botschafter des Rhonetals

    Das zwischen Avignon und Orange gelegene, 3.200 Hektar umfassende Weinbaugebiet Châteauneuf-du-Pape bestimmt die Ebene von Comtat. In dem Ort, am Fuße des Schlosses aus dem 14. Jahrhundert, der ehemaligen Residenz der Päpste von Avignon, sind die Straßen von Brunnen gesäumt.... und von Torkelkellern, die dazu einladen, die berühmte Appellation besser kennenzulernen. Diese ist, einmal abgesehen von der Vielfalt der 13 Rebsorten, die für die Herstellung ihrer Weine verwendet werden, vor allem durch die Homogenität ihrer Böden charakterisiert. Ihr kalkhaltiges Terroir bringt vollmundige aromatische Weißweine mit einer schönen Frische hervor. Die Lehmböden mit Rollkies im Süden ermöglichen die Herstellung von großzügigen, runden und strukturierten Rotweinen, die den klassischen Stil der Appellation hervorheben. Und die sandigen Terroirs im Norden sind die Basis für leichte, aber feine und würzige Rotweine, die noch lange von sich reden machen werden...
    Hier entstand auf Betreiben des Baron Leroy, Besitzer von Schloss Fortia in Châteauneuf-du-Pape, der Begriff AOC. Dank der damit verbundenen Maßnahmen, die 1923 eingeführt wurden, erreichte der Châteauneuf ein hohes Qualitätsniveau, und 1936 wurde das Gebiet als eines der ersten mit dem AOC-Siegel ausgezeichnet.

    Wohlgeschmack




    Traditionsgemäß sind 13 Rebsorten zugelassen, jedoch sind es vorwiegend Grenache sowie Syrah und Mourvèdre, die dem Rotwein Farbe, ein Aroma von roten Früchten, Struktur und aromatische Komplexität (Leder...) verleihen.

    Heute werden hauptsächlich folgende Rebsorten eingesetzt: Grenache, Cinsault (für warme und liebliche Weine), Mourvèdre, Syrah, Muscardin (Struktur, Farbe und Frische), Counoise (Vinosität, Frische, Bouquet…), Clairette und Bourboulenc. Beim Syrah wird der Guyot-Schnitt bevorzugt. Bei den anderen Rebsorten wird per Gobelet- oder Fächerschnitt auf zwei Augen pro Rebzapfen zurückgeschnitten, mit maximal 15 Fruchttrieben pro Rebstock zusätzlich zum Basalauge. Das Anbinden an Drähte oder Pfähle ist verboten.

  2. Geschichte

    Die Geschichte von Châteauneuf-du-Pape ist eng mit der von mehreren Päpsten verknüpft, denen die Stadt ihren Namen verdankt... Bereits im Jahre 1157 legt Bischof Geoffroy von Avignon selbst dem römischen Brauch gemäß in seiner Hochburg Châteauneuf einen Weinberg an und bewirtschaftet ihn. Im Jahre 1308 lässt Papst Clemens V. dort Rebstöcke anpflanzen und wird somit einer der ersten Winzer von Châteauneuf. Johannes XXII., der den Wein dieses Anbaugebietes besonders schätzt, lässt an dem Ort ein Schloss erbauen und wählt für den Wein die vornehme Bezeichnung „Vin du Pape“, unter der dieser vor seiner Umbenennung in „Châteauneuf-du-Pape“ bekannt ist. Seither ist das breite Spektrum an Rebsorten, die für seine Herstellung verwendet wird (im Jahre 1866 wurden 13 Rebsorten gezählt) eines der Hauptmerkmale der AOC. Diese Vielfalt verleiht dem Wein reichhaltige Aromen und ermöglicht ihm außerdem im Jahre 1866, der Reblauskrise zu entgehen. Im Jahre 1829 werden ca. 2.000 Hektoliter Châteauneuf-du-Pape außerhalb des Departements verkauft: Zu diesem Zeitpunkt genießen die Weine von Châteauneuf bereits einen soliden Ruf und werden reichlich exportiert. Im Jahre 1894 gründen die Winzer die erste „Weinbaugewerkschaft“. Ziel ist es, den Käufern aus ihrem Gebiet stammende Weine zu garantieren und einen qualitativ hochwertigen Wein anzubieten. Im Jahre 1911 beruft der Gemeinderat eine aus 34 Winzern bestehende Kommission ein, um die Klassifizierung vorzunehmen – und somit die Qualität der Châteauneuf-Weine zu wahren. Etwas später, im Jahre 1923, wird die Gewerkschaft der Weinbauern von Châteauneuf-du-Pape ins Leben gerufen, mit der die Zuerkennung der Bezeichnung Appellation d'origine Châteauneuf-du-Pape erreicht werden soll. Der Jurist und Winzer, Baron Le Roy de Boiseaumarié, wird von den Seinen für diese Unternehmung engagiert. Dank der gerichtlichen Klagen der Gewerkschaft und ihres berühmten Präsidenten können die Produktionsregeln und -bedingungen für die Appellation Châteauneuf-du-Pape festgelegt werden, die im Übrigen die Verfasser des AOC-Statuts in hohem Maße beeinflusst haben. Nach einem mehrjährigen Verfahren bestätigt der französische Kassationshof am 21. November 1933 die Abgrenzung und die Bedingungen der Produktion. Diese sind noch heute in Kraft.

    Lastenheft der Appellation aufrufen (INAO)

    1933
    Gründung der AOC Châteauneuf-du-Pape
  3. Geografie

    Das Weinbaugebiet der Appellation erstreckt sich fast über die gesamte Gemeinde von Châteauneuf-du-Pape und über einen Teil der vier angrenzenden Gemeinden (Bédarrides, Courthézon, Orange und Sorgues) mit gleichartigem Terrain.

    Klima

    Hier handelt es sich um das trockenste Gebiet der Côtes du Rhône. Der vorherrschende Wind ist der Mistral, und die Sonneneinstrahlung beträgt ca. 2.800 Stunden im Jahr. Die Steine geben die am Tag aufgenommene Wärme nachts wieder ab.

  4. Die Böden

    Das Terroir der AOC setzt sich aus dreierlei Bodentypen zusammen. Auf dem Sockel, der aus urgonischen Kalksteinablagerungen von sehr reinem Weiß besteht, hat sich Sand und später rote Tonerde abgelagert. Die Rhone formte dann Kieselsteine durch die Anhäufung von Quarzit und Kieselerde aus den Alpen.

  5. Zahlen von Châteauneuf-du-Pape

    Produktionsfläche

    3 133 hectares

    Gesamtproduktion

    100 800 hl

    Farbe

    • 93% Rot
    • 7% Weiss

    Durchschnittlicher
    jährlicher Ertrag

    32 hl/ha

    *Exportzahlen nach der letzten Studie der Exportströme

    Quelle: Erntemeldung 2016