Chusclan

Côtes du Rhône Villages

Das am rechten Ufer der Rhône gelegene reizvolle Städtchen Chusclan hat diesen schon seit langem berühmten Weinen den Namen gegeben.

  1. Die Weinberge von Chusclan sind in der Gegend verwurzelt und nutzen jeden Winkel zur Gewinnung dieses Saftes, der dem Wein Sanftheit und Milde verleiht.
    Christophe Tassan

    Sommelier und Botschafter des Rhonetals

    Die Côtes du Rhône Villages Chusclan verdanken ihren Namen dem reizvollen Städtchen Chusclan, das am rechten Ufer der Rhône liegt. Weine, die auf eine lange und erfolgreiche Geschichte zurückblicken können. Dank eines von Maréchal de Grammont kreierten Rezeptes für ein Kaninchengericht dem „Lapin (Kaninchen) d'Arbousset“, welches noch heute zum kulinarischen Erbe des Weinbaugebietes zählt, waren die Weine schon unter Ludwig XIV. bei Hofe sehr beliebt. Ein Jahrhundert später hatte sich der Chusclan über die Grenzen Frankreichs hinaus einen Namen gemacht. Die Chusclan-Weine wurden vom Hafen Roquemaure aus in Fässern, die das Brandzeichen C.D.R. (Côtes du Rhône) trugen, verschifft, und an den Tafeln der bedeutendsten europäischen Fürsten- und Königshäuser kredenzt. Diese Weine haben im Laufe der Jahrhunderte nicht an Attraktivität verloren und erfreuen sich auch heute noch großer Beliebtheit. Auf ca. 250 Hektar wird hier wie eh und je beste Weinbaukunst betrieben. Die Winzer haben die kieselhaltigen Hänge und Terrassen mit den drei berühmtesten Rebsorten der Appellation, nämlich Grenache, Syrah und Mourvèdre bestockt. Dieses Rebentrio bringt farbintensive Rotweine mit Aromen von roten und schwarzen Früchten sowie Gewürzen hervor, die zugleich rund, weich und großzügig sind. Schlanker als manch anderer Wein aus der Region ist der Chusclan je nach Jahrgang, jung oder nach zwei bis drei Jahren Lagerung zu genießen. Damit erfreut er alle Liebhaber sonnenverwöhnter früh trinkfertiger Weine. Ein anderer Vorzeigewein dieses Anbaugebietes ist der Rosé. Auch wenn er nur einen verschwindend geringen Teil der Produktion ausmacht, fehlt es ihm doch nicht an Struktur. Der Rosé hat den Weinberg ursprünglich sogar berühmt gemacht. Die auf Lehm-Sandböden gezogenen Roséweine geben sich erstaunlich draufgängerisch. Ihre Farbe ist von einem leuchtenden Himbeerrot, im Strauß finden sich Noten von roten Früchten und sogar Gewürz, am Gaumen wirken sie frisch und tief. Dies sagt schon allerhand über die Schätze aus, die dieser im Département Gard beheimatete Weinberg in sich birgt.

    Wohlgeschmack




    Mit mindestens 50 % Grenache, ergänzt durch mindestens 20 % Syrah und/oder Mourvèdre sind die Chusclan-Rotweine alkoholreich und zeigen eine schöne tiefrote Farbe. Sie können darüber hinaus bis zu 20 % weitere in der Appellation zugelassene Rebsorten enthalten. Die Aromen dieser schweren Weine erinnern an rote Früchte und Gewürze.
    Die im „Saignée-Verfahren“ (Mostabzug) hergestellten Chusclan-Roséweine beeindrucken mit ihren Aromen von Pampelmuse und Waldfrüchten. Sie enthalten mindestens 50 % Grenache und 20 % Syrah und/oder Mourvèdre. Der Anteil der anderen als Cuvée-Partner zugelassenen Rebsorten darf 20 % nicht übersteigen. Die weißen Rebsorten (Grenache, Clairette, Marsanne, Roussanne, Bourboulenc und Viognier) dürfen maximal 20 % der Weinkomposition ausmachen.
    Der Alkoholgehalt in den Rotweinen darf höchstens 12,5 Vol.-% betragen. Die Roséweine müssen einen Alkoholgehalt von mehr als 12 Vol.-% aufweisen. Die Lagerfähigkeit der Weine liegt im mittleren Zeitbereich. Sie sollten daher in der Regel in ihrem fünften Jahr verkostet werden.

  2. Geschichte

    Das Weindorf war schon früh besiedelt, wie anhand von bronzezeitlichen Funden (Degen, Armreifen und auch ein Hügelgrab) belegt werden konnte. Im 17. Jahrhundert unterstand das Dorf der Vogtei von Uzès, die damals den Namen „Côte du Rhône“ trug.

    Die Chusclan-Weine genießen schon seit Langem einen guten Ruf. Bereits im 17. Jahrhundert rühmte Olivier de Serres deren Qualität. Der heitere und sonnige Charakter dieser Weine verzückte schon Madame de Sévigné die in einem an ihre Tochter gerichteten Briefe schrieb: „Der gute Abt möchte diesen Wein wohl gerne trinken, von dem er meint, er würde ihm zehn Lebensjahre schenken; dabei beflügelt ihn der Gedanke an den Chusclan-Wein ebenso wie die Aussicht auf eine Verjüngung ...“.

    Chusclan wurde 1947 das Recht anerkannt, die Bezeichnung Côte du Rhône Chusclan zu tragen. Die Roséweine wurden 1967 und die Rotweine 1971 als Côtes du Rhône Villages klassifiziert und dürfen seitdem auch den Namen der Gemeinde Chusclan anfügen.


    Lastenheft der Appellation aufrufen (INAO)

    1967
    Gründung der AOC Chusclan
  3. Geografie

    Die Appellation erstreckt sich auf die Gemeinden Chusclan, Codolet, Orsan, Saint Etienne des Sorts und Bagnols sur Cèze im Département Gard.

    Klima

    Vom Mistral beeinflusstes mediterranes Klima

  4. Die Böden

    Die Rebflächen liegen auf kieshaltigen Hängen und Terrassen mit teils sandigen Bereichen. Die Bodenbeschaffenheit variiert: mergeliger Kalk, massiver Sandstein, alluviale Ablagerungen...

  5. Zahlen von Chusclan

    Produktionsfläche

    260 hectares

    Gesamtproduktion

    10 543 hl

    Farbe

    • 96% Rot
    • 4% Roséwein

    Durchschnittlicher
    jährlicher Ertrag

    40 hl/ha

    *Exportzahlen nach der letzten Studie der Exportströme

    Quelle: Erntemeldung 2016