Cornas

„Verbrannte Erde“

Die steil abfallenden Hänge mit voller Südlage bilden ein natürliches Amphitheater, das die Weinreben vor kalten Winden schützt.

  1. Der Cornas ist geheimnisvoll und schroff und versteht es, Geduld und Neugier mit Reichtum und Komplexität zu belohnen.
    Christophe Tassan

    Sommelier und Botschafter des Rhonetals

    Dieses Weinbaugebiet liegt am rechten Ufer der Rhone, am Osthang des Zentralmassivs, in der Gemeinde von Cornas. Die steil abfallenden Hänge mit voller Südlage bilden ein natürliches Amphitheater, das die Weinreben vor kalten Winden schützt. Der Name Cornas ist keltischen Ursprungs und bedeutet „Verbrannte Erde“. Durch diese Ausrichtung können die Reben früh heranreifen, daher beginnt diese Appellation verglichen mit den anderen nördlichen Anbaugebieten der Côtes du Rhône am frühesten mit der Ernte der roten Trauben.
    Die einzige von der Appellation verwendete Rebe, die Syrah, drückt hier ihre ganze Mächtigkeit aus. Der Cornas ist ein Rotwein mit einer sehr dunklen, fast schwarzen Farbe. In seiner Jugend zeigt er ins Violette übergehende Reflexe, die dann mit zunehmendem Alter bernsteinfarben werden. Er ist einer der strukturiertesten Weine Frankreichs. Es handelt sich um Weine mit einer hervorragenden Lagerfähigkeit, deren Tannine sich mit der Zeit abrunden und die Aromen von schwarzen Früchten entwickeln. Im Abgang sind sie würzig und „lakritzartig“.

    Wohlgeschmack




    Wie alle roten Crus aus dem Norden wird der Cornas aus der Syrah, der einzigen zulässigen Rebsorte für das gesamte Appellationsgebiet, gekeltert. Das Terroir ermöglicht dieser Rebe, ihre Mächtigkeit auszudrücken und verleiht den Weinen eine reiche Struktur sowie eine dunkle, beinahe schwarze Farbe. Diese Weine verfügen über eine lange Lagerfähigkeit und zeigen Aromen von schwarzen Früchten, die mit zunehmendem Alter im Abgang würzig und lakritzartig sind (je mehr sich die Tannine abrunden). Sie haben in jungen Jahren ein Aroma von Schokolade aus gerösteten Kakaobohnen und entwickeln mit der Zeit Aromen von Leder, Pfeffer und Trüffel sowie animalische Aromen.

  2. Geschichte

    Das Weinbaugebiet Cornas ist sehr alt; es existiert seit der Antike. Seine Aufteilung in Terrassen und die Entstehung der ersten „chaillées“ (niedrige Mauern) soll auf die Römer zurückgehen. Der Legende nach war es Karl der Große selbst, der bei seiner Durchreise durch Cornas im Jahre 840 diesen Wein verkostete und so sehr schätzte, dass er ihn an seinen Hof in Aachen liefern ließ. Später zählen Saint Louis, Ludwig XI., Karl V., Richelieu oder Ludwig XV. zu den größten Verehrern dieses Weins. Die erste schriftliche Erwähnung der Existenz des Cornas-Weins geht vermutlich auf das X. Jahrhundert zurück, als ein Domherr aus Viviers auf eine „von Weinbergen umgebene“ Kirche in Cornas anspielte. Im Jahre 1763 ist in einem Schriftstück von der Produktion eines „mächtigen Weins“ in Cornas die Rede. Das Gebiet erhielt im Jahre 1938 den Status einer Appellation. Diese umfasste nur das Gebiet der Gemeinde mit ihren 100 ha Fläche. Nach 1960 wurde sie wieder in Schwung gebracht, und ihr Volumen vervierfachte sich.

    Lastenheft der Appellation aufrufen (INAO)

    1938
    Gründung der AOC Cornas
  3. Geografie

    Das Appellationsgebiet liegt 125 bis 400 m hoch und umfasst einzig die Gemeinde Cornas im Departement Ardèche am rechten Rhoneufer, 7 km von Valence und 12 km von Tournon entfernt. Es wird im Norden von der Gemeinde Saint-Joseph und im Süden von der Gemeinde Saint-Péray begrenzt.

    Klima

    Stark mediterran beeinflusst. Das Terroir liegt an besonders steilen Hängen mit voller Südausrichtung und ist sehr sonnenreich.

  4. Die Böden

    Das Terroir besteht aus einem Halbkreis von Hügeln mit voller Süd-Südost-Lage, die das Weinbaugebiet vor dem Mistral und somit den extremen Temperaturdifferenzen bewahren. Die Weinberge liegen hier an steilen Hängen, auf denen enge instabile Terrassen, die sogenannten „chaillées", angelegt wurden. Der Boden besteht vorwiegend aus oftmals zersetztem Granit, aus dem tonhaltiger Sand, genannt „Gores“, hervorgeht, der sich zwischen zwei Kalkspalten (Rocher de Crussol und Rocher de Rochepertuis) befindet. Zu diesem Gores kommt eine lehmige Ablagerung hinzu, außer im Norden, in dem der Kalk überwiegt.

  5. Zahlen von Cornas

    Produktionsfläche

    131 hectares

    Gesamtproduktion
    im Jahre 2013

    3 965 hl

    Farbe

    • 100% Rot

    Vermarktung

    4 163 hectolitres

    Export*

    28% internationaler export

    Durchschnittlicher
    jährlicher Ertrag

    30 hl/ha

    *Exportzahlen nach der letzten Studie der Exportströme

    Quelle: Erntemeldung 2013