Costières de Nîmes

Die südliche Rhone

Das süße Leben, Finesse, Wärme: Das südlichste Weinbaugebiet des Rhonetals, das 1986 die AOC-Klassifizierung erhielt, wartet mit allen Merkmalen seiner römischen Vergangenheit auf.

  1. Das Weinbaugebiet Costières de Nîmes ist das Bindeglied zwischen Rhone und Camargue, zwischen Kiessand und Kieselstein und legt ein farbenfrohes, mediterranes Temperament an den Tag. Bald ruhig, bald ausgelassen, fruchtig und würzig, mal wild und mal sanft, blumig und reich. Immer überraschend.
    Christophe Tassan

    Sommelier und Botschafter des Rhonetals

    Das süße Leben, Finesse, Wärme: Das südlichste Weinbaugebiet des Rhonetals, das 1986 die AOC-Klassifizierung erhielt, wartet mit allen Merkmalen seiner römischen Vergangenheit auf. Die Weinberge dieses Gebietes liegen im Südosten der Stadt, deren Namen sie tragen. Sie bringen überwiegend Rotweine, aber auch Rosé- und Weißweine hervor. Allesamt verdanken sie ihren Charakter einem außergewöhnlichen Boden – einer Terrasse der Rhone bestehend aus Kieselsteinen, die von Rhone und Durance dort abgelagert wurden – der Lebenskraft der Rhone-Reben, einem günstigen Klima sowie dem Mistral! Die AOC-Weine profitieren außerdem von der Umsetzung der Landschafts- und Umweltcharta der Costières de Nîmes, einem innovativen Konzept zugunsten der Weinbaugebiete*. Folgende Aktionen wurden bereits durchgeführt: Aufnahme der Charta der guten Praktiken für „nachhaltigen Weinbau“ in den Anhang des AOC-Lastenheftes, Messung der Biodiversität im Weinberg, Aufstellung von Angeboten über thematische Kurzurlaube sowie Markierung von Landschaftsachsen, an denen sich besondere Aussichtspunkte befinden...Und jedes Jahr im Frühling bietet sich anlässlich der Veranstaltung „Les Vignes Toquées“ die Gelegenheit, das Weinbaugebiet auf einem Gourmet-Spaziergang zu erkunden. Noch ein Grund mehr, diese Gegend zu entdecken!

    Wohlgeschmack




    Bei den Weinen der Region Costières de Nîmes handelt es sich hauptsächlich um Rotweine (55 %), aber auch um Roséweine (35 %) und Weißweine (10 %).
    Die Cuvée aus den Rotweinen der AOC verleiht ihnen einen sehr festen Charakter aus reifen Früchten mit einer tanninhaltigen weichen Struktur und einem frischen Abgang. Bei den Rot- und Roséweinen müssen Grenache, Syrah und Mourvèdre zusammen mindestens 60 % des Rebsortenbestands darstellen, der von Carignan und Cinsault ergänzt wird. Bei der Erzeugung der Roséweine können maximal 10 % weiße Rebsorten der Appellation verwendet werden.
    Die fruchtigen und vollmundigen Weißweine enthalten die Rebsorten Grenache Blanc, Roussanne und Marsanne, die durch die Rebsorten Bourboulenc, Clairette, Vermentino und Viognier ergänzt werden.
    Mindestalkoholgehalt: 11,5 % Vol

  2. Geschichte

    Im 19. Jahrhundert v. Chr. ließen sich die altgedienten Legionäre des Ägyptenfeldzugs in Nemausus (Nîmes) nieder. Im Jahre 280, nach Aufhebung des Dekrets über das Weinverbot in Gallien, ordnet Cassius Severanius, Statthalter der Provinz Gallia Narbonensis, die massive Neubepflanzung des Weinbaugebietes Pagus Nemensis (Costières) an. Im Mittelalter wird die Abteikirche in Saint-Gilles-du-Gard Sitz der Hauptkomturei des Langue d'oc des Souveränen Ritter- und Hospitalordens vom Heiligen Johannes zu Jerusalem. Die Entwicklung des Weinbaugebietes geht auf jenen Orden zurück. Im XIV. Jahrhundert zählen die Weine von Saint-Gilles, Nîmes und der Costière zu den beliebtesten Weinen am päpstlichen Hof von Avignon: Johannes XXII., Urban V. und Gregor XI. füllen so ihre Keller mit den Costière-Weinen. Im XVII. Jahrhundert wird der Weinbau durch die Errichtung des Canal du Midi und insbesondere im XIX. Jahrhundert durch dessen Verbindung mit der Rhone über Sète erleichtert. Der Weintransport wird außerdem in hohem Maße durch die Einführung der Eisenbahn im Jahre 1839 in Nîmes begünstigt. Im Jahre 1955 nimmt Philippe Lamour, Präsident der Compagnie nationale d'aménagement du Bas-Rhône et du Languedoc und brillanter Anwalt aus Paris, bedeutende Bewässerungsarbeiten vor. Der Kanal Bas-Rhône Languedoc, der das Wasser der Rhone ab den 1960er Jahren in Richtung Süden des Departements Gard und in Richtung Osten des Departements Hérault führte, wurde später zu seinem Gedenken nach ihm benannt. Gleichzeitig wurde Philippe Lamour der führende Kopf des Weinbaus im Departement Gard, indem er eine Politik der Qualität befürwortete. Er war zunächst Präsident der Gewerkschaft des Weinbaugebietes Costières du Gard, das 1950 die Qualitätsbezeichnung VDQS erhielt, und übernahm dann den nationalen Vorsitz für die Vins Délimités de Qualité Supérieure. Im Jahre 1986 erteilte die Organisation INAO dem Weinbaugebiet Costières du Gard den AOC-Status. Die Appellation wurde 1989 in Costières de Nîmes umbenannt.

    Lastenheft der Appellation aufrufen (INAO)

    1989
    Gründung der AOC Costières de Nîmes
  3. Geografie

    Das Weinbaugebiet grenzt im Norden an das Gardontal und erstreckt sich über 40 km zwischen der Tiefebene des Petit Rhône und den Sümpfen der Petite Camargue.

    Klima

    Dieses mediterrane Klima mit über 2.700 Sonnenstunden im Jahr ist durch eine Periode der Bodentrockenheit gekennzeichnet, die von Juni bis Ende August andauert. Die Niederschläge sind sehr selten und konzentrieren sich auf heftige Gewitter im Herbst. Der starke Mistralwind weht das ganze Jahr lang über die Reben hinweg und sorgt für deren so wichtige natürliche Reinigung und Trocknung.

  4. Die Böden

    Das Terroir Costières de Nîmes besteht aus einer Kiesschicht – lokal als Gress bezeichnet – die im Quartär von der Rhone und der Durance abgelagert wurde. Diese steinigen Ablagerungen haben eine Schichthöhe von 5 bis 15 m und sind in Sand gehüllt, dessen Farbe von Hellgelb bis Dunkelrot variiert. Die Weinreben wurzeln hier sehr tief, bis hin zu den lehmhaltigen Schichten, wodurch sie selbst in Zeiten großer Hitze in Maßen aber regelmäßig mit Wasser versorgt werden. Die außergewöhnliche Drainagefähigkeit der Kieselsteine ermöglicht ein schnelles Ableiten des überschüssigen Wassers bei Episoden mit heftigem Niederschlag.
    Im Sommer verstärkt die warme, von den Kieselsteinen gebildete Masse den Konvektionseffekt: Die kühle feuchte Meeresluft, die am späten Nachmittag die Petite Camargue überquert, trifft beim Heraufziehen entlang des Weinbaugebietes Costières auf diese warme Masse, wodurch die Luft wahrhaftig angesaugt wird. Der mäßigende Effekt dieser leichten Winde verstärkt die Temperaturschwankungsbreiten zwischen Tag und Nacht, wodurch bekannterweise die Frische und Reinheit der Trauben bewahrt wird.

  5. Zahlen von Costières de Nîmes

    Produktionsfläche

    4 091 hectares

    Gesamtproduktion

    221 215 hl

    Farbe

    • 61% Rot
    • 5% Weiss
    • 34% Roséwein

    Durchschnittlicher
    jährlicher Ertrag

    54 hl/ha

    *Exportzahlen nach der letzten Studie der Exportströme

    Quelle: Erntemeldung 2016