Côte-Rôtie

Hier gibt es keine sanften Hänge

Der Charakter der Côte-Rôtie-Weine wird von den extrem steil abfallenden Weinbergen

  1. Der von Zeit und Fachkenntnis geprägte, vorbildlich organisierte Rotwein Côte-Rôtie zeichnet sich durch reine Erlesenheit und Eleganz sowie puren Charme aus. Der Côte-Rôtie ist ein umwerfender Wein.
    Christophe Tassan

    Sommelier und Botschafter des Rhonetals

    Hier gibt es keine sanften Hänge: Der Charakter der Côte-Rôtie-Weine wird von den extrem steil abfallenden Weinbergen, deren Neigung manchmal über 60° liegt, bestimmt.

    Diese wurden in Terrassen angelegt, auf denen nur ein paar Dutzend Reben Platz haben. Die Côte-Rôtie ist die nördlichste Appellation des Rhonetals und liegt wenige Kilometer von Lyon entfernt. Ihre Reben werden von der „Probus-Zenturie“ – etwa hundert leidenschaftlichen Winzern, die in dem Weinbaugebiet und auf den dazugehörigen 60 Weingütern tätig sind – angebaut, verarbeitet und geschützt.
    Dieser berühmte Cru entsteht aus der Syrah-Traube, durch die in Verbindung mit der Viognier besonders delikate Aromen und Tannine von bemerkenswerter Finesse zum Ausdruck kommen.
    Seine schöne rubinrote Robe, seine komplexe und elegante Nase nach Gewürzen, roten oder schwarzen Früchten und Veilchen, seine Struktur und sein rassiger Charakter machen ihn zu einem sehr begehrten Wein...Der im Januar stattfindende Weinmarkt von Ampuis ist seit 1928 DAS unumgängliche Event der Appellation.

    Wohlgeschmack




    Die Côte-Rôtie ist die einzige Rotweinlage der nördlichen Côtes du Rhône, in der die Rebsorten Viognier (bis zu 20 %) und Syrah auf einer Fläche angebaut werden. Die Syrah-Traube ergibt sehr farbenfrohe, tanninreiche Qualitätsweine.
    Beim Côte-Rôtie ergänzt die Viognier-Traube die Syrah-Traube durch Finesse und Aromen. Die Robe des Cru-Weins ist von intensivem Rubinrot.
    Die Nase kann von roten oder schwarzen Früchten bis hin zu Veilchen- oder Gewürznoten reichen. Rassiger, strukturierter und lagerfähiger Wein, der manchmal edle Noten von Holz, Unterholz, Leder, Tabak oder Kaffee annimmt.
    Er ist lang im Mund, völlig ausgewogen und recht ölig.

  2. Geschichte

    Vor bereits zweitausend Jahren priesen die lateinischen Schriftsteller Martial und Plinus der Ältere oder der griechische Autor Plutarch den Wein der Cote-Rôtie als „Vin viennois“. Die ersten präzisen schriftlichen Dokumentationen über Ampuis und die Côte-Rôtie gehen somit auf das VI. Jahrhundert zurück.
    Im Mittelalter und in der Renaissance erfreuen sich die Weine aus Ampuis wachsender Beliebtheit, und im XVIII. Jahrhundert werden die Weine der Anbauregion Côte-Rôtie an das englische, russische, preußische und natürlich auch an das französische Fürstenhaus geliefert. Das Weinbaugebiet erreicht seine Blütezeit im Jahre 1890. Selbst die geringsten sonnigen Winkel werden für den Anbau genutzt.
    Das Gebiet trotzte der Reblaus und anderen Krankheiten. Hundertfünfzig der hier tätigen Winzer fielen aber im Ersten Weltkrieg, wodurch ein Teil der Weinberge aufgegeben wurde.
    Im Jahre 1960 wurden nur noch sechzig Hektar bewirtschaftet. In den 1980er Jahren erlebte das Weinbaugebiet dann eine echte Renaissance. Die Appellation wird von einer neuen Dynamik beseelt und erlangt internationale Bekanntheit.


    Lastenheft der Appellation aufrufen (INAO)

    1940
    Gründung der AOC Côte-Rôtie
  3. Geografie

    Die Côte-Rôtie-Weinberge bestimmen die Hänge des rechten Rhoneufers und umfassen drei produzierende Gemeinden: Saint-Cyr-sur-le-Rhône, Ampuis und Tupin-et-Semons. Das Gebiet liegt zwischen 180 und 325 Meter hoch. Es zählt 73 klassifizierte Einzellagen.

    Klima

    Die Appellation mit nach Süden ausgerichteter Lage ist gegenüber den Nordwinden sehr unempfindlich und weist die Eigenschaften eines gemäßigten kontinentalen Klimas, das als „Lyon-Klima“ bezeichnet wird, auf: gemäßigte Winter, heiße Sommer und relativ regelmäßige Niederschläge. Der „mediterrane“ Einfluss ist durch den austrocknenden Südwind spürbar.

  4. Die Böden

    Die sehr steilen Hänge des Weinbaugebietes Côte-Rôtie weisen manchmal eine Neigung von über 60° auf. Fast alle dort angepflanzten Reben wachsen auf metamorphen Felsen. Druck und Temperatur, die im Süden der Appellation höher sind, begünstigten die Entstehung von drei verschiedenen Terroirs: Glimmerschiefer im Norden, Gneis im Süden und Migmatit im äußersten Südosten.
    Das Muttergestein der Côte-Rôtie weist zahlreiche Bruchstellen auf, aus denen die Wurzeln der Rebstöcke Wasser sowie die für sie elementaren Nährstoffe schöpfen.

  5. Zahlen von Côte-Rôtie

    Produktionsfläche

    308 hectares

    Gesamtproduktion

    12 606 hl

    Farbe

    • 100% Rot

    Durchschnittlicher
    jährlicher Ertrag

    41 hl/ha

    *Exportzahlen nach der letzten Studie der Exportströme

    Quelle: Erntemeldung 2016