Gigondas

Ein außergewöhnlicher natürlicher und geschützter Standort. Hänge, die von Menschenhand für den Weinbau nutzbar gemacht wurden.

  1. Der üppige, von Wind und Zeit gezeichnete Gigondas zeigt sein ehrfurchtgebietendes Gesicht. Züge, die diese besänftigende und beruhigende Weisheit ausstrahlen.
    Christophe Tassan

    Sommelier und Botschafter des Rhonetals

    Es wäre ein Sakrileg, am Fuße der Gebirgskette Dentelles de Montmirail, wo die Geologie und das Klima so besonders sind, keine Weinreben zu pflanzen. Hier haben die Weine einen einzigartigen Charakter.“ Mit diesen Worten würdigt der berühmte Küchenchef Alain Passard die Weine, die Erde und die Menschen der Weinlage Gigondas (Sammelband). „Beim Öffnen einer Flasche Wein aus Gigondas bin ich sehr entspannt... Dieser Wein sollte in Gesellschaft getrunken werden! “
    In der Tat ist dieser Wein einzigartig! Zwischen Carpentras, Orange und Vaison-la-Romaine, am Fuße der Gebirgskette Dentelles de Montmirail, deren „Wurzeln“ die der besten Reben der Appellation nähren, birgt Gigondas so manches Wunder. Das 630m hohe, 200 Millionen Jahre alte Massiv der Dentelles de Montmirail – diese erstaunlichen majestätischen Pyramiden aus grauem Kalk – schmückt die sogenannte große Kluft von Nîmes… und ist einen Umweg wert. Diese geologisch originelle Landschaft (Verbindung von Phänomenen des Zweiten, Dritten und Vierten Zeitalters), im Rhonetal besonders selten, ist jedoch nicht nur ein Paradies für Abenteurer. Die aus ihr entstandenen Böden stellen außerdem strukturierte und einzigartige Terroirs dar. So sind sie die Basis für Rotweine mit Aromen von Kirschen, die mit zunehmendem Alter Noten von Unterholz zeigen. Und von schillernden komplexen Roséweinen mit Noten von roten Früchten, Mandeln und Gewürzen.

    Wohlgeschmack




    Konzentration, Ausgewogenheit, Finesse: Die Gigondas-Weine bieten ein reiches Bouquet mit feinen würzigen Aromen sowie eine sonnige Farbe, die von Rubinrot bis Dunkelgranat reicht. In der Nase enthüllen sie ein Bouquet von roten Früchten (Knorpelkirsche, zerdrückte Erdbeere) sowie von schwarzen, sehr reifen Früchten (Brombeere, schwarze Johannisbeere, Blaubeere). Mit der Zeit entwickeln sie wilde Nuancen von Unterholz und Trüffeln. Im Mund ist der Gigondas kräftig mit einer vollmundigen Attacke. Das so komplexe Terroir, aus dem er stammt, drückt sich in einer breiten aromatischen Palette zwischen fruchtigen Aromen (Pflaume, Feige) und würzigen Noten (weißer Pfeffer, Heidekraut, Thymian, Lakritze) aus. Er altert ausgezeichnet und verfeinert sich während des Ausbaus.

    Durch die Gebirgskette der Dentelles werden die Reben nur begrenzt von der Morgensonne beschienen. Dies verlängert in erheblichem Maße die Reifezeit der Grenache Noir (zu maximal 80 % zugelassene Rebsorte), die ihre ganze Mächtigkeit in schillernden Rotweinen mit ausgeprägten Tanninen, einem strukturierten Körper und einer großen Alterungsfähigkeit zum Ausdruck bringt. Syrah und Mourvèdre (mindestens 15 %) verstärken ihre granatrote Farbe und bringen Würze in ihre Aromen. Alle anderen Rebsorten der Appellation Côtes du Rhône sind zulässig, ausgenommen die Carignan. In einem maximalen Verhältnis von 10 % des Rebsortenbestands: Cinsault, Clairette und einige Rebstöcke der Rebsorten Terret Noir, Counoise und Picardan. Bei den Roséweinen ist die Grenache Noir ebenfalls zu maximal 80 % zugelassen, und alle anderen Rebsorten der Appellation dürfen verwendet werden, mit Ausnahme der Carignan, die maximal 25 % des Rebsortenbestands ausmachen darf.

  2. Geschichte

    Gigondas hieß schon immer Gigondas. Was jedoch den Ursprung dieses Namens betrifft, stehen sich zwei Hypothesen gegenüber. Erste Hypothese: der Name sei vom Begriff gignit undas abgeleitet, was so viel bedeutet wie „aus dem Wasser hervorgetreten“, so wie dieses in einer Bergregion liegende Terroir, das ein gigantisches unterirdisches Reservoir birgt. Zweite Hypothese: der Name sei auf das lateinische Wort jucunda zurückzuführen, was „freudig“ heißt und auf Jucundus, den ersten Eigentümer des Ortes und Veteranen der 2. römischen Legion, anspielen könnte....oder auf die schöne Lage des Gebietes und die Freude an der Jagd in der umliegenden Gegend... oder auch auf die Freude am Wein selbst.
    Was einen Punkt betrifft, sind sich die Historiker allerdings einig: Der Standort war bereits in der Urzeit besiedelt, wie archäologische Funde von Gegenständen aus dem häuslichen Bereich belegen. Des Weiteren ist sicher, dass der Weinbau hier eine lange Tradition hat und bis in die Antike zurückreicht. Wenn man den Veteranen der zweiten römischen Legion die Entstehung der ersten Weingüter zuschreibt, so sind die in der Gegend aufgefundenen Fässer für die Lagerung des Weins ein weiterer Hinweis. Außerdem wurde festgestellt, dass die älteste schriftliche Erwähnung eines Weinbergs in Gigondas aus dem XII. Jahrhundert stammt.

    Im Jahre 1591 bestätigen die Statuten der Gemeinde von Gigondas bereits, dass dort Weinhandel betrieben wurde und legen die Regeln für diesen Handel zwischen den Dorfbewohnern genau fest...sowie die Regeln für das Geschäft mit „Fremden“, an die nicht der ganze Wein verkauft werden darf!
    Im XVIII. Jahrhundert sind es die Daten der Weinlese, die einer Regelung unterzogen werden.

    Ende des XIX. und Anfang des XX. Jahrhunderts stechen die Gigondas-Weine dadurch hervor, dass sie bei den landwirtschaftlichen Wettbewerben in ganz Frankreich mit Medaillen ausgezeichnet werden.

    Im Jahre 1956, nach der Vernichtung der Olivenhaine am Fuße der Dentelles de Montmirail durch den großen Frost, werden an den Hängen viele neue Weinberge angelegt.
    Der Gigondas wurde rasch als Côtes-du-Rhône Villages klassifiziert und am 6. Januar 1971 als erster Côtes-du-Rhône Villages in den Rang der Cru-Weine gehoben.


    Lastenheft der Appellation aufrufen (INAO)

    1971
    Gründung der AOC Gigondas
  3. Geografie

    Das gesamte Weinbaugebiet Gigondas liegt in der Gemeinde der gleichnamigen Stadt, im Departement Vaucluse.

    Klima

    Klima mit meridionalem Einfluss, warm und trocken, mit 2.800 Sonnenstunden im Jahr. Es ist kontrastreich und unterliegt dem dominanten Mistralwind.

  4. Die Böden

    Die Böden des Weinbaugebietes sind unterschiedlich und bestehen aus großen alluvialen Terrassen aus roter kieselhaltiger Tonerde der Mindelzeit, die sich bis zum Fuße der Dentelles de Montmirail erstrecken. Ihre hohe Wasserdurchlässigkeit vermindert die durch Rieselwasser verursachte Erosion und ermöglicht eine schnelle Trocknung der Parzellen. Diese lehmreichen Böden sind charakteristisch für die Terroirs von Grand Crus.
    Aber überlassen wir die Beschreibung dem französischen Gelehrten und Winzer Eugène Raspail… „Das Relief des Terrains von Gigondas weist drei hauptsächliche parallele Gebirgsketten auf, die von Westen bis Nordosten reichen, einer Kurve folgend, deren Scheitelpunkt im Nordwesten läge. Die Firstlinien dieser drei Gebirgsketten bestehen aus grauem Kalk aus der Zeit des Juras. Im Süden bedeckt die erste Linie die schwarze Tonerde des Oxfordiums. Im Norden ist die dritte Linie von Erde aus der unteren Unterkreide, der oberen Unterkreide, grünem Sandstein und Chloritkreide bedeckt. Die beiden dazwischenliegenden Täler (Col d'Alsau, La Buissière) gehören ausschließlich der Zeit der unteren Unterkreide an. In diesem zweiten Tal, im Bereich Cayron, wechselt sich lehmhaltiger Mergel mit blau- und gelbfarbenen Kalkbänken ab.“

  5. Zahlen von Gigondas

    Produktionsfläche

    1 216 hectares

    Gesamtproduktion

    29 704 hl

    Farbe

    • 99% Rot
    • 1% Roséwein

    Vermarktung

    39 341 hectolitres

    Export*

    40% internationaler export

    Durchschnittlicher
    jährlicher Ertrag

    24 hl/ha

    *Exportzahlen nach der letzten Studie der Exportströme

    Quelle: Erntemeldung 2013