Hermitage

Eine legendäre Weinlage…

Ein sagenhafter Hügel und eine sagenhafte Geschichte haben im Laufe der Jahrhunderte zum mythischen Ruf dieses Grand Cru beigetragen.

  1. Der dominante Hermitage ist stattlich in seiner Statur. Schlicht. Kraftvoll, unzerstörbar.
    Christophe Tassan

    Sommelier und Botschafter des Rhonetals

    Eine legendäre Weinlage… Ein sagenhafter Hügel und eine sagenhafte Geschichte haben im Laufe der Jahrhunderte zum mythischen Ruf dieses Grand Cru beigetragen. Anfangs befindet sich auf dem Hügel eine Einsiedelei, die im Jahre 1224 von Gaspard de Stérimberg gegründet wurde. Dieser Ritter der Königin Blanka von Kastilien lässt sich auf der Rückkehr vom Kreuzzug gegen die Albigenser, des Kampfes müde geworden, auf dem Gipfel dieses Granithügels nieder, um sich von der Welt zurückzuziehen. Bald schon schließen sich ihm weitere Personen an und die Gemeinschaft beginnt, auf dem Hügel Rebstöcke anzupflanzen... Eine schöne Geschichte, bei der jedoch außer acht gelassen wird, dass der Hermitage-Wein in Wirklichkeit nur seinen Namen dem Eremiten verdankt: Der Weinberg existierte bereits in der Antike mit den berühmten Weinen von Vienne. Der außergewöhnliche „Strohwein“, der bei manchen Winzern wieder zu neuen Ehren gekommen ist, soll übrigens der direkte Erbe der gallisch-römischen Weinbereitungsmethoden sein...

    Die ideale Lage des Weinberges am linken Ufer der Rhone ist von der Sonneneinstrahlung, dem mediterranen Einfluss und dem Schutz vor den Nordwinden gekennzeichnet. Diese Harmonie zwischen Boden und Exposition gefällt der Syrah-Rebe, deren Mächtigkeit in den Rotweinen der Weinlage auf ideale Weise zur Geltung kommt. Eine Ausgewogenheit, die sich auch in den Tanninen wiederfindet, die mal kräftig, mal fein sind.

    Unter der Appellation werden auch helle, goldgelbe Weißweine produziert, die sich durch eine Blumigkeit mit einem Hauch von Vanille und Noten von getrockneten Früchten auszeichnen, bei denen geröstete Mandeln dominieren...Und schließlich dürfen in der Weinlage Hermitage auch äußerst seltene Strohweine hergestellt werden, die aus den weißen Rebsorten der Appellation vinifiziert werden.

    Wohlgeschmack




    Die auf Basis der Syrah-Rebe hergestellten Rotweine können zusätzlich 15 % Roussanne und Marsanne enthalten. Ihre Robe ist von intensivem kräftigem Rubinrot. Im Alter entwickelt dieser mächtige, vollmundige und kraftvolle Wein eine erstaunliche Rundheit und eine große Weichheit. Die besten Jahrgänge verfügen über eine hohe Alterungsfähigkeit, gewinnen im Laufe der Zeit an Finesse und Harmonie und entwickeln köstliche Noten von Veilchen, Gewürzen und schwarzer Johannisbeere.

    Die weißen Hermitage-Weine aus den Rebsorten Marsanne und Roussanne mit ihrer prächtigen goldgelben Robe sind von seltener Geschmeidigkeit. Sie entwickeln cremige und honigartige Aromen von Haselnuss, Pfirsich und Aprikose, und es sind sogar duftige Noten von Iris, Narzisse und Linde wahrzunehmen. Sie lassen sich über Jahrzehnte hinweg lagern.

    Die Strohweine stammen überwiegend aus sehr alten Marsanne-Reben, deren Trauben bei voller Reife gelesen werden. Ihre Robe ist von intensivem Strohgelb, und sie zeigen weiche Aromen von getrockneten Früchten, Honig und Karamell mit einem Hauch von Gewürzen.

  2. Geschichte

    Die Weine wurden schon von den Römern als „Weine von Vienne“ geschätzt (wie die der Côte-Rôtie) und erhielten später den Namen „Weine vom Hang des Heiligen Christophorus“, aufgrund einer dort befindlichen Kapelle, die dem Heiligen gewidmet ist. Es scheint so, als sei der Name L'Hermitage erst im XVII. Jahrhundert in Erscheinung getreten, als Erinnerung an den Ritter Henri Gaspard de Stérimberg, der im XIII. Jahrhundert auf seiner Rückkehr von den Albigenserkreuzzügen beschloss, als Eremit auf diesem Hügel zu leben, den ihm Anna von Kastilien, die Königin von Spanien, übertragen hatte. Er soll dort einen Weinberg neu angelegt haben, der erst Ermitage und dann Hermitage genannt wurde. Aber das war erst der Beginn seines Erfolges: Es wird ebenfalls erzählt, dass der Hermitage unter der Herrschaft von Ludwig XIV. der bevorzugte Wein der Zaren von Russland war..
    Die Liste seiner Verehrer ist so berühmt wie unvergleichlich: Sie enthält Namen wie Heinrich IV., Boileau, Ludwig XIII. und insbesondere Ludwig XIV., Nikolaus II. und Alexandre Dumas …
    Der Hermitage erhielt im Jahre 1937 den Status einer lokalen A.O.C.


    Lastenheft der Appellation aufrufen (INAO)

    1937
    Gründung der AOC Hermitage
  3. Geografie

    Das Weinbaugebiet der AOC erstreckt sich über drei Gemeinden der Drôme: Tain-l'Hermitage, Crozes-Hermitage und Larnage am linken Ufer der Rhone.

    Klima

    Mediterran beeinflusstes Klima. Die vor dem Nordwind geschützten Hänge sind meist nach Süden ausgerichtet und profitieren von einer guten Sonneneinstrahlung.

  4. Die Böden

    Dieses historische Terroir besteht aus Granit-Quarzsand, der von Glimmerschiefer und Gneis bedeckt ist, jedoch auch aus Stränden mit angeschwemmten runden Steinen (Diversität, die das Vorhandensein von Einzellagen in der Appellation erklärt: Bessards, Greffieux, Méal, Rocoule, Beaumes usw...)
    Der Hermitage-Hügel gliedert sich in drei Teile. Beginnend im Westen am linken Flussufer befindet sich zunächst das sehr unebene Terroir „Les Bessards“ mit seinem Granitboden. Es gilt als das Rotwein-Terroir dieser Appellation. An diesem Hang trifft man auf die Chapelle de l'Hermitage sowie auf den berühmten Weinberg des Eremiten.
    Die Hangmitte ist in zwei Teile unterteilt: Im oberen Teil, dem sogenannten „Le Méal“, ist der Boden kalk- und kieselsäurehaltig und mit einer Rollkiesschicht bedeckt. Dank der vollen Südlage gehen aus diesem Boden die sonnigsten Weine der Appellation hervor. In der Lage „Les Greffieux“ am Fuße des Hügels ist die durch Auswaschungen entstandene Erde vergleichsweise fruchtbarer.
    Die Lagen „Les Murets“ und „Les Dionniers“ schließlich weisen einen lehmreichen Boden und einen viel weniger ausgeprägten Hang auf. Obwohl dieser Teil des Bodens sehr weit östlich liegt, ist dieses Gebiet ein großes Weißwein-Terroir.

  5. Zahlen von Hermitage

    Produktionsfläche

    136 hectares

    Gesamtproduktion

    3 640 hl

    Farbe

    • 76% Rot
    • 24% Weiss

    Vermarktung

    4 196 hectolitres

    Export*

    30% internationaler export

    Durchschnittlicher
    jährlicher Ertrag

    27 hl/ha

    *Exportzahlen nach der letzten Studie der Exportströme

    Quelle: Erntemeldung 2013