Lirac

Ein geheimer Cru, der sich darauf freut, entdeckt zu werden.

Der Lirac ist der südlichste Cru des Rhonetals... aber sicherlich auch der geheimste!

  1. Der frische und sanfte Lirac beansprucht diese erstaunliche Ruhe für sich. Der scheinbar leichte Wein enthüllt einen unbestreitbar edlen und schillernden Charakter.
    Christophe Tassan

    Sommelier und Botschafter des Rhonetals

    Der Lirac ist der südlichste Cru des Rhonetals... aber sicherlich auch der geheimste! Seine Weinreben wachsen geschützt und ungestört heran, fernab der gewöhnlichen Pfade. Weinbau wird hier jedoch schon seit der Antike betrieben. Die Appellation ist seit 1947 als „Cru des Côtes du Rhône“ klassifiziert. Lirac ist eine der wenigen Weinlagen, aus denen Weine in allen drei Farben hervorgehen. Die Appellation umfasst die besten Böden von 4 kleinen Gemeinden des Departements Gard, und ihr Lastenheft ist eines der anspruchsvollsten der Region. Bereits im Mittelalter war dieses Weinbaugebiet an der ‚Côte‘ du Rhône für die Qualität seiner Weine bekannt. Um dieses Qualitätsniveau zu garantieren, dürfen nur diejenigen Winzer und Weinhändler die neue Lirac-Flasche verwenden, die die Produktionsrichtlinien befolgen. Die Cuvée von Weinen aus unterschiedlichen Terroirs ergibt den Stil des Lirac: mächtig, strukturiert und aromatisch, aber frisch und stets elegant. Ein Juwel, das Sie unbedingt entdecken sollten!

    Wohlgeschmack




    Dank der Vielfalt der Böden und des mediterranen Klimas der Appellation finden hier zahlreiche Rebsorten zu ihrem besten Ausdruck. So entfalten sich Grenache Noir, Syrah, Mourvèdre und Cinsault auf den Lehmplateaus aus großen Rollkieseln, wo sie die Mächtigkeit entwickeln, die sich dann in schönen strukturierten Rotweinen zeigt. Die für die Lirac-Roséweine verwendeten Rebsorten Grenache Noir, Syrah und Cinsault ihrerseits gedeihen in den Sandböden, denen sie ihre Rundheit verdanken. Die weißen Rebsorten schließlich wie Grenache Blanc, Bourboulenc, Roussanne und Clairette, denen ein geringer Anteil der Rebsorten Picpoul, Marsanne oder Viognier beigemischt wird, haben sich die trockenen Böden der Garrigue zu eigen gemacht, die ihnen zu Eleganz, Finesse und aromatischer Komplexität verhelfen.

    Rotwein: Die Lirac-Rotweine sind von tiefem Rubinrot und verströmen Aromen von roten und schwarzen Früchten, Heidekraut und Gewürzen. Die älteren Weine tendieren zu Leder, Lakritze, Trüffel und Kakao. Sie sind ausgewogen, und im Mund ergibt sich eine für sie typische Verbindung aus mächtigen Tanninen und Rundheit. Sie verfügen über ein großes Alterungspotential.

    Roséweine: Ihre Robe ist intensiv und kräftig. In der Nase verführen Aromen von Erdbeere, Himbeere und roten Früchten. Sie sind geschmeidig aber dynamisch und voll im Mund, mit einem frischen Abgang und einer sehr schönen aromatischen Intensität.

    Weißweine: Ihre helle, leuchtende Robe zeigt blumige und fruchtige Noten. Akazie, Linde oder Fenchel vermischen sich mit weißem Pfirsich, Apfel und exotischen Früchten. Mit der Zeit entwickeln sie Noten von Honig und Heidepflanzen. Diese feinen und delikaten Weine hinterlassen im Mund einen angenehm frischen Abgang.

  2. Geschichte

    Die Weinreben zählen seit zwei Jahrtausenden zu den lokalen Ressourcen.
    Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Hafen von Roquemaure immer einflussreicher und florierte. Von dort aus wurden die Weine der „Côte du Rhône“ nach Paris, England oder Holland verschifft. Im XVI. Jahrhundert legt die Geschichte an Geschwindigkeit zu: Die von den Mächtigen dieser Welt bereits sehr geschätzten Weine aus Lirac werden an den großen Königshöfen in Frankreich und im Ausland zum Mahl gereicht. Die Gemeinde Saint-Laurent-des-Arbres zeigt noch Spuren aus dieser prunkvollen Vergangenheit: Als ehemalige Enklave der Diözese von Avignon verfügte sie über einen Weinberg, der den Bischöfen gehörte. Dieser Weinberg umgab die Burg des Dorfes, die mit ihrem Scharwachtturm leicht zu erkennen ist, und produzierte genügend Wein, um „fünf Schiffe mit Rotwein vom Fass“ als Zehnt über den Fluss zu schicken.“
    Ab dem Jahre 1737 war es den Winzern erlaubt, ihre Fässer zum Schutz vor einer unrechtmäßigen Verwendung des Namens mit dem Siegel C.d.R. (für Côte du Rhône) zu kennzeichnen, um so die Weine zu authentifizieren. Der Cru Lirac ist somit der Ursprung der Côte, ein Name, der im weiteren Sinne alle Weine der Côtes du Rhône bezeichnete.
    Im Jahre 1804 erbt Graf Henri de Régis de Gatimel Schloss Ségriès, das heute noch innerhalb der Appellation existiert. Damals bezog das Weingut seine Einnahmen nur aus ein paar wenigen Getreidesorten, Seidenraupen und einem bescheidenen Weinberg.
    Im Jahre 1925 beschließen seine Eigentümer, den Weinberg neu zu bepflanzen, und zwar so, wie er zu Zeiten der Römer existierte. Im darauffolgenden Jahrzehnt beginnt ein Kampf um die AOC-Klassifizierung des Terroirs von Lirac. Die Anstrengungen sind von Erfolg gekrönt: Am 11. Oktober 1945 wird die Appellation vom Tribunal d'Uzès gerichtlich anerkannt und die AOC Lirac durch das Dekret vom 14. Oktober 1947 festgelegt. Die neue Appellation ist die erste Weinlage der Côtes du Rhône, aus der Weine in allen drei Farben hervorgehen: Rot-, Rosé- und Weißweine.


    Lastenheft der Appellation aufrufen (INAO)

    1947
    Gründung der AOC Lirac
  3. Geografie

    Die AOC Lirac liegt 15 Kilometer nordwestlich von Avignon, am rechten Ufer der Rhone, im Departement Gard. Die 715 Hektar Anbaufläche erstreckt sich über 4 Gemeinden, zu denen Roquemaure, die Wiege der Côtes du Rhône, Saint-Laurent-des-Arbres und Saint-Géniès-de-Comolas, am rechten Ufer der Rhone, gehören.

    Klima

    Hier herrscht ein rein mediterranes Klima. Mit 2.700 Sonnenstunden pro Jahr genießen die Weinberge von Lirac eine außergewöhnlich sonnige Lage. Die Jahresdurchschnittstemperatur grenzt an 14 °C.

  4. Die Böden

    In den Randgebieten der A.O.C., insbesondere in der Gemeinde Lirac, wachsen die Reben auf den Kalkplateaus des Gard und sind von einer dünnen Schicht roter Tonerde und Kiesel bedeckt. Dieses gut entwässerte Terroir bringt mächtige Weine mit soliden Tanninen und einer großen Lagerfähigkeit hervor.

    Im mittleren Bereich, wie zum Beispiel in Saint-Laurent-des-Arbres, bilden ehemalige alluviale Terrassen der Rhone das Weinbaugebiet; diese bestehen aus Quarz-Rollkieseln und roter Tonerde, die aus den Alpen herangeschwemmt wurden. Das Ganze ruht auf einem Sandbett. Diese wertvollen Terrassen haben den gleichen geologischen Ursprung (Quartär-Zeitalter) wie Châteauneuf-du-Pape.

    An den Terrassenhängen zeigt sich Sand, vermischt mit kleinen Kieselsteinen aus den aufeinanderfolgenden Erdrutschen. Dies ist in Saint-Geniès-de-Comolas der Fall, wo die Rotweine feiner und weniger tanninhaltig sind.

  5. Zahlen von Lirac

    Produktionsfläche

    771 hectares

    Gesamtproduktion

    24 370 hl

    Farbe

    • 87% Rot
    • 10% Weiss
    • 3% Roséwein

    Durchschnittlicher
    jährlicher Ertrag

    32 hl/ha

    *Exportzahlen nach der letzten Studie der Exportströme

    Quelle: Erntemeldung 2016