Muscat de Beaumes de Venise

Geschützt durch die Dentelles de Montmirail

Die auf schmalen von Trockenmauern gestützten Terrassen, die hier auch als „Restanques“ oder „Faysses“ bezeichnet werden, angelegten „Muscadières" (Muskatellergärten) haben die Landschaft der Region maßgeblich geprägt

  1. Der Muscat de Beaumes-de-Venise ist ein im Rhônetal einzigartiger Wein. Dieser weltweit bekannte gespritzte Süßwein (Vin Doux Nautrel) war aber in der Vergangenheit bereits mehrere Male vom Aussterben bedroht. Dass es nie soweit kam und dieser Süßwein einen wirklichen Wiederaufschwung erlebte, ist einerseits den vorherrschenden Standortfaktoren zu verdanken, die der Kultrebe Muscat à Petits Grains optimale Wachstumsbedingungen bieten und andererseits natürlich auch dem unermüdlichen Einsatz der Winzer. Letztere behalten heutzutage den hohen Qualitätsstandard ihrer Weine genau im Auge. Dabei zögern sie nicht, ausgeprägtes Know-how mit hochmoderner Kellertechnik zu kombinieren und so die Weichen für die Zukunft zu stellen.

    Die auf schmalen von Trockenmauern gestützten Terrassen, die hier auch als „Restanques“ oder „Faysses“ bezeichnet werden, angelegten „Muscadières" (Muskatellergärten) haben die Landschaft der Region maßgeblich geprägt. Die ehemals vorhandenen Obstbäume fielen der Kältewelle von 1956 anheim und wurden durch Weinreben ersetzt. Diese profitieren von der besonders guten Sonneneinstrahlung und schöpfen die Kraft zur Entfaltung ihrer mächtigen Aromen aus den mageren Böden ... Die aus der kleinbeerigen weißen Muskateller-Traube gekelterten Beaumes-de-Venise haben eine goldgelbe Farbe, offenbaren Aromen von Blüten und exotischen Früchten und einen schönen langen Abgang. Die Farbe der Cuvées aus kleinbeerigen weißen und schwarzen Muskateller-Trauben variiert von Bernstein über Rosa bis hin zu Purpurrot.

    Wohlgeschmack




    Das Rebsortenprofil setzt sich ausschließlich aus Muscat à Petits Grains Blanc und Noir, also aus der kleinbeerigen weißen und schwarzen Muskatellersorte, zusammen. Die Trauben werden sukzessiv je nach Reifegrad von Hand geerntet.
    Die Trauben müssen einen Mindestzuckergehalt von 252 g/Ltr. entwickelt haben.
    Die „Mutage“, das Abbremsen der Mostgärung, muss im Zuge der Gärung durch Zusatz von mindestens 96-prozentigem Alkohol erfolgen, und zwar dann, wenn der natürliche Alkoholgehalt des Mostes bei 5 bis 10 Vol.-% liegt. Die Weine müssen einen Mindestzuckergehalt von 100 g/Ltr. enthalten und einen Mindestalkoholgehalt von 15 Vol.-% erreichen.

  2. Geschichte

    Die menschliche Besiedlung des Gebietes Beaumes-de Venise begann schon in grauer Vorzeit. Die hier bereits von den griechischen Siedlern angelegten Rebflächen wurden zur Zeit der Gallorömer noch weiter ausgebaut. Schon im 1. Jahrhundert erwähnte Plinius der Ältere in seiner „Naturgeschichte“ den Muscat, diesen süffigen und fruchtigen Wein, der schon lange in „Balme“ (Beaumes de Venise) angebaut wurde, und dem er den Namen „Bienentraube“ gab.
    Im 14. Jahrhundert ließ Papst Clemens V., der ein ausgezeichneter Weinkenner war, auf den Hängen von Beaumes-de-Venise einen 70 ha großen Muskateller-Garten anlegen. Während der Religionskriege und in der Renaissance wären die Weinberge beinahe vollständig verschwunden. Erst im 18. Jahrhundert erlangte der Muscat de Beaumes de Venise seinen Ruhm wieder, der in Joseph Roumanille und Frédéric Mistral zwei berühmte Verfechter fand.
    Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde durch die Reblausplage zum zweiten Mal ein Großteil der Weinberge zerstört. Nachdem er schon fast völlig in Vergessenheit geraten war, erlebte der Muscat de Beaumes-de-Venise mit dem Wiederaufbau der Weinberge im 20. Jahrhundert eine neue Blütezeit. 1945 erhielt Vin Doux Naturel Muscat de Beaumes-de-Venise rückwirkend bis zum Jahrgang 1943 den Status einer eigenständigen AOC.


    Lastenheft der Appellation aufrufen (INAO)

    1945
    Gründung der AOC Muscat de Beaumes de Venise
  3. Geografie

    Die Rebfläche befindet sich auf der südlichen Seite der Dentelles de Montmirail und erstreckt sich auf die Gemeinden Beaumes-de-Venise und Aubignan im Département Vaucluse.

    Klima

    vom Mittelmeer beeinflusstes heißes und trockenes Klima. Der Mistral kommt hier bedingt durch die Schutz bietenden Berge der Dentelles de Montmirail nur in abgeschwächter Form vor.

  4. Die Böden

    Sie bestehen im Süden aus schluffigem bzw. feinsandigem Mergel des Miozäns („terre blonde“) und sind im Norden lehm- und kalkhaltig.

  5. Zahlen von Muscat de Beaumes de Venise

    Produktionsfläche

    395 hectares

    Gesamtproduktion

    6 617 hl

    Durchschnittlicher
    jährlicher Ertrag

    17 hl/ha

    *Exportzahlen nach der letzten Studie der Exportströme

    Quelle: Erntemeldung 2016