Saint-Joseph

Von Natur aus anspruchsvoll!

Die Reben wurzeln an steil abfallenden Hängen, die seit der Antike in Terrassen aufgeteilt sind.

  1. Der rechtschaffene, aufrichtige, wackere und raue Saint-Joseph ist eine einfache und sichere Sache zwischen Mensch, Granit und Weinstock, für die der Fluss bürgt.
    Christophe Tassan

    Sommelier und Botschafter des Rhonetals

    Saint-Joseph: Von Natur aus anspruchsvoll!

    Das Weinbaugebiet Saint-Joseph liegt auf der rechten Seite der Rhone, auf der Höhe des 45. Breitengrads. Die Reben wurzeln an steil abfallenden Hängen, die seit der Antike in Terrassen aufgeteilt sind. Früher einmal hieß der hier produzierte Wein „Vin de Mauves“. Die Jesuiten gaben ihm im XVII. Jahrhundert seinen aktuellen Namen.
    Die Appellation ist heute für ihre aus der Syrah-Traube gekelterten Rotweine bekannt. Die Weine sind gleichzeitig mächtig und fein und zeigen Aromen von Pfeffer und Gewürzen, die oftmals von einer Veilchennote, vermischt mit mineralischeren Noten, begleitet werden. Unter der Appellation werden außerdem 10 % Weißweine aus den Rebsorten Roussanne und Marsanne hergestellt.
    Die Winzer der Appellation sind, ganz wie ihr Terroir, von Natur aus anspruchsvoll und somit in der Lage, die besten Weine zu produzieren. Das heißt aber noch lange nicht, dass sie keinen Humor haben: Jedes Jahr nämlich findet das Festival National des Humoristes in der Region statt.

    Wohlgeschmack




    Die 16 Winzer der A.O.C. Saint-Joseph produzieren hauptsächlich Rotweine und für einen kleineren Kreis von Personen auch Weißweine aus einer einzelnen bzw. mehreren Rebsorten. Die Rotweine werden vor allem aus der Syrah gekeltert – auch wenn seit 1980 eventuell 10 % Roussanne bzw. Marsanne beigemischt werden dürfen – wodurch ihre Mächtigkeit verfeinert wird.

    Die Syrah-Traube, die mächtige Weine mit Aromen von Pfeffergewürzen und einem Hauch Veilchen ergibt, wird nur im nördlichen Rhonetal vinifiziert. Sie verleiht den Weinen von Saint-Joseph die schönsten dunklen und aromatischen Noten.

    Die ausgewogenen und üppigen Weißweine zeigen eine schöne gelbe Robe mit grünen Reflexen und eine Struktur, die je nach Cuvée variiert. Sie werden in einem Bottich aus rostfreiem Stahl bzw. Metall gekeltert.
    Aus der Roussanne werden Weine von sehr hoher Qualität gewonnen. Sie sind fein, von strohgelber Farbe und bieten ein bemerkenswertes Bouquet sowie eine gute Lagerfähigkeit. Diese edle Rebsorte verleiht ihnen eine schöne Robe und bringt zusätzliche aromatische und eleganten Noten von Aprikose, Weißdorn, Rohkaffee und Geißblatt sowie diskretere Noten der Narzisse mit ins Spiel.
    Die Marsanne verlangt ein trockenes, warmes und besonders sonniges Klima. Sie ist rustikal und kraftvoll und begnügt sich mit kargen Böden. Gute steinige Hänge begünstigen jedoch eine harmonische Entwicklung dieser Rebsorte. Sie bringt mächtige Weine von mittlerem Säuregehalt hervor. Ihre blumigen Aromen entwickeln sich besonders mit zunehmendem Alter und werden mit der Zeit von Haselnussaromen begleitet.
    ettes.

  2. Geschichte

    Das Weinbaugebiet entstand zur Zeit der Besiedlung durch die Griechen und wurde dann von den Römern bewirtschaftet, die von seinen sehr steil abfallenden Hängen am rechten Ufer der Rhone begeistert waren.
    Die A.O.C. wurde nach einem zwischen Tournon und Mauves gelegenen Weinberg benannt. Auch Karl der Große zählte zu den Liebhabern des Saint-Joseph-Weins, der damals bereits auf den großen Banketts in Europa und Russland serviert wurde. Die erste schriftliche Erwähnung dieses Weins geht auf das XVII. Jahrhundert zurück. Aber seinen Namen geben ihm die Mönche des Klosters, aus dessen Weinberg er stammt. Später wird er im Roman „Les Misérables“ (Die Elenden) von Victor Hugo genannt: „Mein Vater schenkte ihm ein wenig von diesem köstlichen Wein aus Mauves ein, den er selbst nicht trinkt, denn er sagt, er sei sehr teuer.“ Im XX. Jahrhundert schließen sich die Winzer zu einer Gewerkschaft zusammen, um die Appellation Saint-Joseph zu schützen. Am 15. Juni 1956 wird die A.O.C. ins Leben gerufen. Zum damaligen Zeitpunkt umfasst sie 6 Gemeinden (90 ha). Im Jahre 1994 wird sie umstrukturiert und zählt heute 26 Gemeinden mit einer Fläche von 1.082 ha. Das Weinbaugebiet schlängelt sich von Chavanay bis Guilherand und verbindet so Condrieu und Côte-Rôtie im Norden mit Saint-Péray und Cornas im Süden.


    Lastenheft der Appellation aufrufen (INAO)

    1956
    Gründung der AOC Saint-Joseph
  3. Geografie

    Das Weinbaugebiet der Appellation erstreckt sich von Chavanay im Norden bis Guilherand im Süden über ca. fünfzig Kilometer am rechten Ufer der Rhone. Es umfasst 23 Gemeinden im Departement Ardèche und 3 im Departement Loire.

    Klima

    Im Norden sind die Weinreben den semikontinentalen Einflüssen ausgesetzt und die Weinlese beginnt später, während der gemäßigtere Süden von einem mediterraneren Klima profitiert. Auch wenn das Weinbaugebiet einigen mit dem Boden und der Ausrichtung verbundenen Schwankungen ausgesetzt ist, ist die Appellation Saint-Joseph von einer Mischung aus kontinentalen und mediterranen Einflüssen geprägt.

  4. Die Böden

    Das Weinbaugebiet ist vorwiegend in relativ steilen Terrassen angelegt und seine Reliefs sind entscheidend für Sonneneinstrahlung und Drainage.
    Der Boden der Appellation setzt sich hauptsächlich aus Granit zusammen, aber es existieren auch hier Varianten, die Einfluss auf die Produktion haben. Im nördlichen Bereich bestehen die Böden aus weichem Gneis und Granit an den Hängen, mit einigen Teilen am Bergfuß oder in der Ebene. Im südlicheren Bereich um Tournon herrschen Mergel- sowie komplexe, magere und saure Granitböden vor.
    Das Appellationsgebiet verdankt seine Typizität der Vielfalt der Böden, aus denen die drei Rebsorten alle für ihre Entfaltung erforderlichen Nährstoffe schöpfen.

  5. Zahlen von Saint-Joseph

    Produktionsfläche

    1 231 hectares

    Gesamtproduktion

    49 781 hl

    Farbe

    • 88% Rot
    • 12% Weiss

    Durchschnittlicher
    jährlicher Ertrag

    40 hl/ha

    *Exportzahlen nach der letzten Studie der Exportströme

    Quelle: Erntemeldung 2016