Saint-Maurice

Côtes du Rhône Villages

Dieser stufenförmig angelegte Weinberg genießt maximale Sonneneinstrahlung und liegt zudem geschützt vor dem vorherrschenden Mistral-Wind.

  1. Das hügelige, freundliche und friedliche Anbaugebiet Saint-Maurice bietet gut zugängliche und lichtverwöhnte Hänge. Ein ausgezeichneter Ort für kräftige und wärmende Weine.
    Christophe Tassan

    Sommelier und Botschafter des Rhonetals

    In Frankreich sind mehr als 60 Gemeinden nach dem heiligen Mauritius (Saint-Maurice) benannt. Doch um wen handelt es sich da eigentlich?
    Mauritius war römischer Offizier, Anführer der 22. thebäischen Legion, die in Ägypten ausgehoben worden war und ausnahmslos aus Christen bestand. Anstatt zusammen mit dem Regiment des Kaisers Maximilian gegen die Christen ins Feld zu ziehen, weigerten sich Mauritius und seine Truppe diese zu bekämpfen. Daraufhin wurde seine Kohorte dezimiert und Mauritius musste Anfang des 3. Jahrhunderts den Märtyrertod sterben. Das kleine Dorf St-Maurice wurde um einen Weinberg herum errichtet, der unter dem Schutz des stolzesten aller christlichen Zenturionen steht.
    Der bereits zur Zeit der Gallorömer bestehende Weinberg entwickelte sich vor allem im 14. Jahrhundert, als der kleine Marktflecken noch in Besitz der „Dauphins“ war. Im 18. Jahrhundert wurden die Weine von Saint-Maurice durch die Rebsorte „Tinto“ (Mourvèdre) und die Trauben des Jerezweins berühmt, die zwischen den Olivenbäumen gezogen wurden. Im Jahre 1952 wurden die Weine in die Familie der AC Côtes du Rhône aufgenommen und stiegen 1964 in die Liga der AC Côtes du Rhône Villages auf. Das im Département Drôme liegende Weinbaugebiet umfasst eine Rebfläche von 168 Hektar. Die hier wachsenden Reben sind weder späten Frösten noch gefrierender Nässe ausgesetzt. Die terrassenförmig angeordneten und nach Nord-Süd ausgerichteten Hänge genießen maximale Sonneneinstrahlung und liegen zudem gut geschützt vor dem hier vorherrschenden Mistral-Wind. Die Rotweine sind elegant aber nicht zu kraftvoll, die feinen und samtigen Tannine gut eingebunden. Die Weißweine duften nach Veilchen und weißen Blüten. Wie die Roséweine auch sind sie angenehm spritzig und frisch am Gaumen.

    Wohlgeschmack




    Die Rebsortenzusammensetzung für die stillen Rotweine des Anbaugebietes ist wie folgt vorgegeben: 50 % Grenache Noir, mindestens 20 % Syrah und/oder Mourvèdre, höchstens 20 % andere zugelassene Sorten. Die Weine besitzen eine mehrjährige Lagerfähigkeit.
    Die Roséweine müssen mindestens 50 % Grenache, 20 % Syrah und/oder Mourdèvre enthalten. Der Anteil an anderen zugelassenen Sorten darf maximal bei 20 % liegen. Die weißen Rebsorten (Grenache, Clairette, Marsanne, Roussanne, Bourboulenc und Viognier) dürfen nicht mehr als 20 % der Weinkomposition ausmachen. Diese Weine sollen jung getrunken werden.
    In den weißen AOC Côtes du Rhône Villages müssen mit über 80 % die Leitsorte Grenache Blanc, Clairette Blanche, Marsanne Blanche, Roussanne Blanche, Bourboulenc Blanche und Viognier Blanc vertreten sein. Die Weißweine sind zum sofortigen Verzehr bestimmt.
    Der Mindestalkoholgehalt der Rotweine des Anbaugebietes muss 12,5 Vol.-% und der der Rosé- und Weißweine 12 Vol.-% betragen.

  2. Geschichte

    Im 19. Jahrhundert wurden bei archäologischen Ausgrabungen, die an der Grabungsstätte Saint-Maurice-sur-Eygues vorgenommen wurden, zahlreiche Funde (Tongefäße, Amphoren, Münzen) freigelegt. Sie sind Zeugen der römischen Besiedlung, die diesem Ort ihren Stempel aufgedrückt und den Weinbau geprägt hat.
    Den Winzerkeller des Dorfes schmückt ein (im Rhônetal) einmaliges Stück Geschichte: ein Weinfass aus dem 13. Jahrhundert. In einer aus dem Jahr 1333 stammenden Urkunde wird den Dörflern als Gegenleistung für Feudalrechte die Freiheit eingeräumt, die Weinberge zu bewirtschaften und Weinhandel zu betreiben. Anfang des 18. Jahrhunderts preist der Marquis de la Charce, Statthalter der Nyonsais die Vorzüge der Weine aus Saint-Maurice an.
    1953 wird Saint-Maurice die Herkunftsbezeichnung Côtes du Rhône Saint-Maurice sur Eygues und 1967 die der Côtes du Rhône Villages Saint-Maurice sur Eygues anerkannt.





    Lastenheft der Appellation aufrufen (INAO)

    1967
    Gründung der AOC Saint-Maurice
  3. Geografie

    Das Weinbaugebiet erstreckt sich auf die Gemeinde Saint-Maurice sur Eygues vor den Toren der Region Nyons im Département Drôme.

    Klima

    Mittelmeerklima; vor dem Mistral geschützte Nord-Südlage.

  4. Die Böden

    Mehr oder weniger steinige Lehm-Kalkböden, Zonen mit leichteren sandsteinhaltigen Böden.

  5. Zahlen von Saint-Maurice

    Produktionsfläche

    184 hectares

    Gesamtproduktion

    6 935 hl

    Farbe

    • 90% Rot
    • 9% Weiss
    • 1% Roséwein

    Durchschnittlicher
    jährlicher Ertrag

    38 hl/ha

    *Exportzahlen nach der letzten Studie der Exportströme

    Quelle: Erntemeldung 2016