Valréas

Côtes du Rhône Villages

Valréas, Hauptstadt der „Enclave des Papes“ (Papstenklave)

  1. Die blühende Stadt wird ganz vom Gebiet des provenzalischen Départements Drôme umschlossen und enthüllt eine Umgebung, in der Weine gewonnen werden, die weich sind, dem Gaumen schmeicheln, die Sinne betören und deren unaufdringlicher Geschmack dennoch einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt.
    Christophe Tassan

    Sommelier und Botschafter des Rhonetals

    Nach seiner Wahl zum Papst 1317 in Lyon probierte der damals sehr kranke Papst Johannes XXII. auf seiner Reise nach Avignon den Wein aus Valréas. „Er fühlte sich daraufhin sofort gestärkt“ und ward bald wieder völlig hergestellt. Um nun nach Belieben von dem Wein trinken zu können, kaufte er dem Dauphin von Vienne kurzerhand die Stadt und das umliegende Land ab. Damit schlug er gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Mit dem Kauf hatte er gleichzeitig auch eine bedeutende Festung erstanden, die zwischen seinen Territorien Avignon und der angrenzenden Grafschaft Venaissin, den Territorien der Dauphine von Vienne und denen der Grafen von Provence liegend, von gewissem Vorteil war. Später gingen auch die Gemeinden Richerenches und Visan in den päpstlichen Besitz über. Die Enklave der Päpste war geboren! Aus diesem Grund trägt Valréas noch heute den Titel „Hauptstadt der päpstlichen Enklave“ und bildet eine Exklave des Départements Vaucluse, umschlossen vom Gebiet des Départements Drôme.
    Was den Weinberg angeht, so verdankt dieser seine Energie, die einst den Papst so in seinen Bann zog, den hohen nach Norden und Westen ausgerichteten Hanglagen. Die vorwiegend lehmhaltigen Böden des Anbaugebietes bleiben kühl und feucht und reagieren gegenüber Böden, die der Sonne voll ausgesetzt sind, weniger empfindlich auf Trockenheit. Ein weiteres maßgeblich an der Charakterausbildung des Weines beteiligtes Element ist der kalte Wind, der von den Voralpen kommend die Weinreben erfrischt. Alle diese Faktoren sind es, die dafür sorgen, dass die Valréas-Rotweine den Gaumen mit Aromen von roten Früchten, Himbeeren und Johannisbeeren erfreuen, dabei elegant, seidig glatt, und frisch sind und zudem eine außergewöhnliche Lagerfähigkeit besitzen. Die Weißen sind vollmundig und aromatisch; die Rosés sehr fruchtig.

    Wohlgeschmack




    Die AC Rotweine müssen mindestens 50 % Grenache und mindestens 20 % Syrah und/oder Mourvèdre enthalten. Die Weine haben eine Lagerfähigkeit von mehr als 10 Jahren.

    Die Weißweine der Appellation müssen zu 80 % aus den folgenden Rebsorten bestehen: Grenache Blanc, Clairette Blanche, Marsanne Blanche, Roussanne Blanche, Bourboulenc Blanc, Viognier Blanc. Sie sind frisch und sollten jung getrunken werden.
    Der Mindestalkoholgehalt der Rotweine des Anbaugebietes muss 12,5 Vol.-% und der der Rosé- und Weißweine mindestens 12 Vol.-% betragen.

  2. Geschichte

    Die Gemeinde war wahrscheinlich bereits in gallorömischer Zeit besiedelt, wie Fragmente von Skulpturen und einige Gräber, die hier gefunden wurden, vermuten lassen.

    Die Gründung Valréas geht in das 19. Jahrhundert zurück, in die Zeit als Karl der Große die Herrschaft antrat. Damals ließ sich ein gewisser Valère an den Ufern der Coronne nieder, genau dort, wo sich heute die Stadt befindet. Im Lauf der Zeit wurde dieses große Anwesen mit dem benachbarten Priorat, welches dem Heiligen Vinzenz, dem Schutzpatron der Winzer, gewidmet war, zusammengeführt und es entstand der Marktflecken Valréas.

    Der Papst Johannes XXII. kaufte dieses Territorium im Jahre 1317 Humbert de Montauban ab. Der Überlieferung zufolge trank der frisch gewählte und kränkelnde Papst, der gerade von Lyon zurückkam, vom Valréas-Wein und war bald darauf wieder bei bester Gesundheit. Er beschloss daher diesen Landstrich, der die Quelle für dieses Wunder barg, zu annektieren. So wurde Valréas zur Hauptstadt der päpstlichen Enklave und blieb dies auch bis zur Revolution.

    Dem Anbaugebiet wurde 1967 die eigenständige Herkunftsbezeichnung Côtes du Rhône Villages Valréas zuerkannt.






    Lastenheft der Appellation aufrufen (INAO)

    1967
    Gründung der AOC Valréas
  3. Geografie

    Der Weinberg erstreckt sich auf die Gemeinde Valréas im Département Vaucluse.

    Klima

    Vom Wind der Alpen beeinflusstes Mittelmeerklima.

  4. Die Böden

    Terrassenhänge aus rotem Lehm, mehr oder weniger steinig.

  5. Zahlen von Valréas

    Produktionsfläche

    444 hectares

    Gesamtproduktion

    17 435 hl

    Farbe

    • 97% Rot
    • 2% Weiss
    • 1% Roséwein

    Durchschnittlicher
    jährlicher Ertrag

    39 hl/ha

    *Exportzahlen nach der letzten Studie der Exportströme

    Quelle: Erntemeldung 2016