Vin Doux Naturel Rasteau

Die Vins Doux Naturels (Süßweine) aus Rasteau sind in jeder Hinsicht außergewöhnlich.

Sie stammen von 50 bis 80 Jahre alten Reben, deren Saft sehr konzentriert ist und weniger als eine Flasche pro Weinstock ergibt.

  1. Die Vins Doux Naturels (Süßweine) aus Rasteau sind in jeder Hinsicht außergewöhnlich. Angebaut wird der aus der Grenache Noir gewonnene Wein auf kieshaltigen Böden in bester Südlage bestockt mit 50 bis 80 Jahre alten Reben, die so mit ihren Säften geizen, dass pro Rebe gerade mal eine Flasche Wein gewonnen werden kann. Nach der von Hand vorgenommen Weinlese wird der Gärungsprozess des Mostes unterbrochen, um zwei Arten von Süßwein zu erzeugen.
    So entsteht der bernsteinfarbene Roséwein „Rasteau Doré“, der nach dem Saignée-Verfahren gekeltert wird und durch Aromen von Backobst, Aprikose und Honig besticht. Vollmundig, weich und ausgeglichen, kann dieser Wein bis zu 8 Jahren gelagert werden.
    Der zweite Süßwein „Rasteau Rouge“ hingegen wird eingemaischt und vergoren. Er verströmt Noten von eingedickten Pflaumen und warmen Gewürzen die sich bei älteren Weinen zu einem reifen „Rancio“-Ton (Madeira) entwickeln. Dieser Wein hat eine Lagerfähigkeit von bis zu 10 Jahren. In dieser Zeit entwickelt er Dörrobst- und Röstaromen.
    Solche seltene aromareiche Weine, so meisterhaft gekeltert, verdienen es einfach berühmt zu werden ...

    Wohlgeschmack




    Der Vin Doux Naturel Rasteau wird in drei Farben angeboten: Rot, Weiß und Rosé. Die Cuvées „hors d'âge“ werden „Rancio“ (Edelfirn) genannt.
    Der Hauptteil der Rebfläche ist der Grenache Noir vorbehalten, die hier mindestens 90 % ausmachen muss. Weitere Rebsorten sind die in der Côtes du Rhône zugelassenen Trauben.
    Die Produktionsregeln stimmen mit den für die anderen Vins Doux Naturels geltenden Rechtsvorschriften überein. Die „Mutage“ (Abbremsen der Mostgärung) muss zwingend durch Zugabe von mindestens 96-prozentigem neutralem Weinalkohol erfolgen, und zwar in einer Größenordnung von mindestens 5 und höchstens 10 %. Der Alkoholgehalt (Anreicherung und natürlicher Alkoholgehalt) muss bei 21,5 Vol.-% mit einem Minimum von 15 % nach der Anreicherung liegen.
    Der Most muss einen Restzuckergehalt von mindestens 252 g/l aufweisen.

  2. Geschichte

    Die Südlage der Hänge des Anbaugebietes Rasteau begünstigt die Überreife der Trauben, wodurch sich die klassische Weinbereitung äußerst schwierig gestaltet.

    1934 erzeugten die Winzer der Gemeinde mit durchaus ermutigendem Ergebnis den ersten Vin Doux Naturel. Zu dieser Zeit wurden in der Gemeinde neben dem Wein noch Obstbäume und Olivenbäume kultiviert.
    1944 erfolgte die offizielle Anerkennung als AOC Rasteau Vin Doux Naturel.

    Seit 2010 hat auch der stille rote Rasteau den Status einer AOC.

    1944
    Gründung der AOC Vin Doux Naturel Rasteau
  3. Geografie

    Der Weinberg erstreckt sich in erster Linie auf die Gemeinde Rasteau; ein kleiner Teil, etwa 20 Parzellen, liegt in den Anbaugebieten Cairanne und Sablet.

    Klima

    Vom Mittelmeer beeinflusstes Klima; südliche Ausrichtung der Hanglagen; leicht geschützt vor dem Mistral.

  4. Die Böden

    Sie ähneln denen der Appellation Côtes du Rhône Rasteau: braune Kalksteinböden, magere Mergelböden und Böden aus rotem Sandstein. Die Südlage der Weinberge und die in den steinigen Böden gespeicherte Wärme, die während der Nacht abgegeben wird, bewirken einen hohen Reifegrad der Trauben.

  5. Zahlen von Vin Doux Naturel Rasteau

    Produktionsfläche

    22 hectares

    Gesamtproduktion

    638 hl

    Farbe

    • 63% Rot
    • 2% Weiss
    • 35% Roséwein

    Durchschnittlicher
    jährlicher Ertrag

    29 hl/ha

    *Exportzahlen nach der letzten Studie der Exportströme

    Quelle: Erntemeldung 2016