1. Mourvèdre

    Rau, aber großzügig

    Eine originelle Rebsorte mit Zukunft ...

    Die Herkunft der Mourvèdre ist ungeklärt. Er wurde lange Zeit als simple Nebenrebsorte betrachtet. Heute ist er in den sonnigen und heißen Hanglagen im südlichen Rhônetal weit verbreitet. Die raue, aber warmherzige und unvergleichliche Traube bringt kraftvolle, harmonische und gerbstoffhaltige Weine von dennoch großer Eleganz hervor. Mourvèdre ist eine unumgängliche Rebsorte, die noch ein paar schöne Überraschungen bereithält ... so wurde beispielsweise 2002 ein ihr eigens gewidmetes Konservatorium, das „Conservatoire du Cépage Mourvèdre“ eingerichtet.

    Die Appellationen

  2. Im Glas

    Eine starke Persönlichkeit

    Diese von einer starken Persönlichkeit geprägte und häufig unterschätzte Weinrebe ergibt sehr farbintensive, vollmundige und gut strukturierte Weine. Sie liefert ein für Rotweine exzellentes Tanningerüst. Die jungen Weine verströmen Noten von Pfeffer und schwarzen Früchten (Schwarze Johannisbeere, Brombeere) mit leichten Tönen von Heidekraut oder Lorbeer. Die älteren Weine (ca. 5 Jahre) entfalten rundere Noten und komplexere Aromen. In der Nase zeigen sie daher Spuren von Trüffel und Leder sowie marmeladige Noten (Pflaume, Brombeere, Heidelbeere), aber auch Wild- und Gewürzaromen. Roséweinen verleiht er mehr Frische und ein breiteres Aromenspektrum.

  3. Der Boden

    Eine mysteriöse Vergangenheit


    Auch wenn der genaue Ursprung der Mourvèdre bis heute ungeklärt bleibt (einigen eher ungenauen Quellenangaben zufolge soll es ihn bereits vor 4 Jahrhunderten gegeben haben), sieht es dennoch so aus, als hätte er seine Wurzeln in Spanien. Man vermutet, dass er mit der Rebsorte Mataro (Monastrell/Monestrell) verwandt ist, die dort vor allem in Katalonien angebaut wird. Sein französischer Name könnte sich von dem in der Provinz Valencia gelegenen Ort Murviedro ableiten. Eins ist jedoch gewiss, die Mourvèdre-Traube wurde immer im Süden bzw. Südosten Frankreichs kultiviert und die mit ihr bestockte Rebfläche war vor der Reblauskrise wesentlich größer. Um der Mourvèdre im Rhône-Gebiet zu begegnen, müssen Sie sich u. a. nach Châteauneuf-du-Pape und Beaumes de Venise begeben ...

  4. ein Spaziergang

    Rau, aber großzügig

    Der Mourvèdre hat einen geraden Wuchs, der auch die dickhäutigen Trauben charakterisiert. Diese sind kompakt, mittelgroß, kegelförmig, schmal und manchmal geschultert. Die blauschwarzen Beeren sind mittelgroß, rundlich und dickhäutig. Ihr weiches Fruchtfleisch ist saftig und bitter. Die besonderen Merkmale dieser Weinrebe sind ihr später Austrieb und ihre späte, recht langsame Reife. Um Letztere zu erreichen benötigt die Rebe daher über einen langen Zeitraum hinweg viel Sonne und Wärme. Es handelt sich um eine kräftige Pflanze, die sich in kargen Böden wohlfühlt und die starken Südwinde gut verträgt. Sie kann sehr hohe Erträge liefern, daher ist ein gut kontrollierter Rebschnitt erforderlich.