Planet Rhône

Le journal des vins de la Vallée du Rhône

Angesichts des Klimawandels setze ich auf das Genie der Weinerzeuger!

"Découvertes en Vallée du Rhône 2015" - 4/4


Bernard Burtschy, ein großer Name des französischen Wein-Journalismus, ist zuversichtlich. In der Tat verändern sich der Wein und unsere Konsumweise, doch er gibt zu bedenken, dass die Welt des Weins im Laufe ihrer Geschichte mehr als einmal große Umwälzungen erlebte. Im Zuge der kleinen Eiszeit in der Mitte des 16. Jahrhunderts, durch den Einfall der Reblaus in den europäischen Weinbergen drei Jahrhunderte später, mit der Globalisierung des Weins und des Geschmacks in den letzten Jahrzehnten…

Doch wir sollten nicht alle Kräfte, die die Welt des Weins und der Winzer heute zu Veränderungen drängen, in einen Topf werfen.

Die erste, die vermutlich die schnellste und somit die am besten sichtbare Kraft ist, hängt mit dem Markt und unserer KONSUMWEISE zusammen. Denn Bernard Burtschy zufolge unterwerfen wir uns auch mit unserer Nase und unserem Gaumen den Modeerscheinungen.

„Es gibt sie, die Mode des Geschmacks, und sie verläuft immer zyklisch: gestern waren es süße Weine, heute ist es die Frische, in ein paar Jahren vielleicht eine bittere Note…“. Sie ist somit eine Kraft, die die Aktualität des Weins beeinflusst, die vermutlich aber keine tiefgreifende Veränderung bewirken wird.

Die zweite Kraft wirkt langsamer und ist schwieriger zu identifizieren und einzuschätzen. Dies sind die Veränderungen des Weinbaus, der sich an die Umwelt und insbesondere an das Klima anpasst. Langsam, Schritt für Schritt.

Müssen wir unsere Weinberge durch einen Wechsel der Rebsorten anpassen? Wahrscheinlich, doch schließlich haben wir das schon immer gemacht. Werden die sogenannten bescheidenen Rebsorten bei dieser Veränderung eine wichtige Rolle spielen? Dies scheint in der Tat möglich zu sein, weil die Bescheidenen von heute die Stars von morgen sein können. Aber wir sollten nicht vergessen, dass die Winzer mehrere Trümpfe in der Hand haben, um dem Klima die Stirn zu bieten: die verschiedenen Klone und das Pflanzenmaterial im Allgemeinen, die Kulturmethode, die Reife der Trauben und die Vinifizierung haben in der Tat bewiesen, dass sie Möglichkeiten bieten, um unter veränderlichen klimatischen Bedingungen Weine zu erzeugen.

Für Bernard Burtschy wird die wirkliche Veränderung der Welt des Weins und des Weinbaus aus dem Inneren, der Landwirtschaft, angestoßen werden und nicht von außen, vom Markt und von der Mode.

„Aber um diese notwendigen Veränderungen auszuführen, brauchen alle Appellations d’origine Leute, die Versuche und Experimente durchführen und eine Erneuerung bewirken. Wir werden in den AOCs mehr Freiheit brauchen, weniger Unbeweglichkeit.“

Foto: ©Thomas O’Brien