Planet Rhône

Le journal des vins de la Vallée du Rhône

„Die Grenache ist ein wichtiger Trumpf für die Zukunft des Rhône-Tals“

"Découvertes en Vallée du Rhône 2015" - 2/4


Philippe Cambie braucht man nicht mehr vorzustellen. Der Name des berühmten Önologen und Weinliebhabers wird häufig im gleichen Atemzug wie einige der bekanntesten Crus des Mittelmeerraums genannt. Er nennt sich selbst „Terroirist“ und vertritt die Vorstellung, dass Weine das Abbild eines Ortes sind.

„Terroir-Weine werden immer ihren Platz finden. Man sollte nicht einer Mode folgen, doch man muss die Konsumweisen berücksichtigen. Heute trinken wir die Weine früher, jünger. Deshalb müssen wir unsere Produkte an diese Nachfrage anpassen.“

Somit sind es die Winzerinnen und Winzer, die den Ausdruck des Terroirs mit den Wünschen der Verbraucher in Einklang bringen müssen. Und das ist gar nicht so einfach. Aber für Philippe Cambie besitzt das Rhône-Tal einen wichtigen Trumpf: die Grenache. Mit ihrer Rundheit und ihren Fruchtaromen, ihren dichten Gerbstoffen und Gewürznoten ist diese Rebsorte in der Lage, Weine hervorzubringen, die man jung trinken kann, die sich aber auch gut lagern lassen. Ein weiterer Faktor, der für die Gestaltung der Zukunft günstig sein kann: sie passt sehr gut zur asiatischen Küche…

Deshalb kommt es für ihn nicht in Frage, einen wichtigen Erfolgsfaktor der Weine zu ersetzen, um sich an den Klimawandel anzupassen. Zumal diese Veränderungen nur schwer vorhergesagt werden können, da die letzten Jahrgänge eher von unberechenbaren Wetterereignissen geprägt waren als von einer konstanten Erwärmung und Steigerung der Intensität der Weine. Die Anpassung des Weinbergs wird langsam und mit wiederholten Feinjustierungen vor sich gehen. Bis dahin müssen wir immer und immer wieder die Qualität der Erzeugnisse verbessern und gleichzeitig unsere Terroirs pflegen.

„Ich denke, dass die biologische Landwirtschaft in den kommenden Jahren noch mehr Raum bekommen wird. Der Weinberg ist eine Monokultur. Deshalb ist die Notwendigkeit, sich um die Gesundheit der Böden und die Umwelt zu kümmern, noch größer. Der Bio-Weinbau scheint mir der geeignetste Weg, um dabei Erfolg zu haben.“

Foto: ©Thomas O’Brien